Nach eigenen Angaben hat Israel letzte Nacht erneut Ziele in Teheran angegriffen, darunter eine bedeutende iranische Sprengsatzproduktion sowie Raketenabschussvorrichtungen. Der Iran bestätigte einige der Anschläge und berichtete von einem Beschuss eines Atomkraftwerks am Persischen Golf. US-Präsident Donald Trump behauptet, dass im Hintergrund Verhandlungen stattfänden, wobei er sich auf die diplomatischen Bemühungen nicht näher einließ. Philipp Scholkmann, Auslandredaktor bei SRF, kommentiert das Bekannte über diese Verhandlungen.
Philipp Scholkmann war vor seiner Tätigkeit im Nahen Osten als Korrespondent in Paris und Moderator beim “Echo der Zeit” tätig. Trump äusserte sich optimistisch, dass die iranische Führung dringend Frieden wolle und habe ein bedeutendes Angebot – angeblich im Bereich Öl und Gas – gemacht. Die Identität der Verhandlungsteilnehmer bleibt jedoch unklar, obwohl Spekulationen über Parlamentspräsident Bagher Ghalibaf als möglichen Gesprächspartner kursieren. Nach dem Tod von Ali Chamenei und Sicherheitschef Laridschani ist Ghalibaf eine erfahrene Figur im Teheraner Machtgefüge, doch seine Autorität in Kriegsfragen bleibt fraglich.
Berichte deuten darauf hin, dass fünf der 15 Verhandlungspunkte das iranische Nuklearprogramm betreffen – ein Hauptziel von Trump: die Verhinderung einer Atombombe. Weitere Forderungen umfassen das Ende des Raketenprogramms und den Abbau der Achse des Widerstands, einem Netzwerk miliznaher Gruppen unterstützt vom Iran.
Offiziell leugnet Teheran Gespräche über einen “Deal”. Ein Militärkommandosprecher betonte dies, während ein Aussenministeriumssprecher auf schlechte Erfahrungen mit amerikanischer Diplomatie verwies. Bagher Ghalibaf dementierte gestern direkte Verhandlungen, und Aussenminister Abbas Araghtschi erwähnte Gespräche mit “verschiedenen Seiten” über den Konflikt. Pakistan, die Türkei, Ägypten und Oman versuchen angeblich, eine Dialogplattform zu schaffen; Islamabad könnte sogar als Verhandlungsort infrage kommen.
Auch aus Washington gibt es widersprüchliche Signale: Trump behauptet Verhandlungen, während das Pentagon die Entsendung weiterer Truppen in die Region ankündigt, darunter Luftlandetruppen einer Spezialeinheit für Operationen hinter feindlichen Linien.