Die aktuelle Lage ist von Unsicherheit geprägt, mit Feuergefechten zwischen den USA und dem Iran trotz einer Waffenruhe. Die Verhandlungen könnten sich jedoch bald bewegen. Beide Seiten lassen sich nicht davon abhalten, Siegesparolen auszurufen.
US-Präsident Trump meinte: «Man sollte nie zu früh sagen, dass man gewonnen hat . . .», fügte aber sofort hinzu: «Wir haben gewonnen! In der ersten Stunde war es vorbei!» Diese Aussage machte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Kentucky, kurz nach den Angriffen auf den Iran durch die USA und Israel.
In der zehnten Woche des Krieges sind Siegesparolen Trumps eine verlässliche Konstante. Auch im Iran inszenieren sich die Machthaber als Sieger dieses Konflikts, was einen wesentlichen Teil der psychologischen Kriegsführung darstellt – es geht darum, den Willen des Gegners zu brechen und sowohl Soldaten, Bevölkerung als auch Alliierte von einem baldigen Sieg überzeugen. Zu viel voreiliges Feiern kann jedoch die eigene Glaubwürdigkeit schädigen.
In den USA wird mit jedem unübersichtlicher werdenden Kriegsverlauf Trumps Betonung auf einen nahenden Triumph lauter, begleitet von Drohungen der totalen Zerstörung des Gegners. Er strebt schnelle Entscheidungen an und möchte sich möglichst rasch neuen Themen widmen, wie etwa Kuba oder Grönland.
Die Verhandlungen mit dem Iran sind jedoch komplex und langwierig, teilweise aufgrund der unklaren inneriranischen Entscheidungswege. Der neue iranische Oberste Führer Mojtaba Khamenei hat sich bisher nicht öffentlich gezeigt.
Für die US-Regierung gab es trotzdem Grund zum rhetorischen Siegesjubel, als sie die 60-Tage-Marke der War Powers Resolution von 1973 erreichte. Verteidigungsminister Pete Hegseth argumentierte, dass während einer Waffenruhe kein Kriegszustand bestehe. Aussenminister Marco Rubio erklärte daraufhin die Operation «Epic Fury» für beendet.
Die Strasse von Hormuz bleibt jedoch blockiert, was zu Preissteigerungen bei Rohöl und anderen Gütern führt. Trumps «Project Freedom» sollte freie Schifffahrt garantieren, wobei er gleichzeitig drohte, Iran zu zerstören, falls US-Schiffe angegriffen würden.
Nach wenigen Tagen wurde das Projekt aufgrund diplomatischer Schwierigkeiten mit Saudi-Arabien gestoppt. Stattdessen kündigte Trump einen 14-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges an, der eine Aufgabe der nuklearen Ambitionen Irans fordert.
Trump steht unter Druck: Die USA haben einen Großteil ihrer Tarnkappen-Marschflugkörper verbraucht und das Engagement kostet täglich Milliarden. Verteidigungsminister Hegseth versucht, zusätzliche Mittel für den Krieg zu sichern.
Für die US-Regierung ist der innenpolitische Druck groß: steigende Lebenshaltungskosten und Skepsis gegenüber einem weiteren Engagement im Nahen Osten könnten ihre politischen Ambitionen beeinträchtigen. Die Kosten für den nächsten Tankstopp könnten entscheidend sein.
Im Iran inszeniert sich das Regime ebenfalls als stark, besonders in Teheran, wo täglich Versammlungen stattfinden. Diese werden von Revolutionswächtern organisiert und dienen dazu, militärische Siege zu prahlen. An den Veranstaltungen werden auch Raketen- und Drohnentypen vorgeführt.
Trotz dieser Inszenierungen ist der Krieg nicht vorbei, und die iranische Wirtschaft unter Druck aufgrund der amerikanischen Seeblockade. Der Ölexperte erklärt, dass Irans Erdölindustrie trotz Vorbereitung kaum mehr als zwei Monate durchhalten kann.
Verhandlungen zwischen Iran und den USA bleiben ohne Durchbruch, während die Spannungen anhalten.