Josef Jenni gilt als Pionier auf dem Gebiet der Solarenergie in der Schweiz. Nachdem er in den 1980er-Jahren das erste vollständig sonnenbetriebene Haus im Land errichtete, setzte er sich über Jahrzehnte hinweg für die Nutzung dieser Energiequelle ein. Sein Engagement begann 1976 mit der Gründung eines Einzelunternehmens, welches heute etwa 80 Angestellte beschäftigt.
Ursprünglich war Jenni als Kind fasziniert von Kernkraftwerken. Während seiner Ausbildung zum Elektroingenieur an der Technischen Hochschule begann er jedoch, die Sicherheit und Nachhaltigkeit dieser Energieform zu hinterfragen. Er erkannte, dass es notwendig sei, nicht nur gegen bestehende Systeme vorzugehen, sondern auch nachhaltige Alternativen anzubieten.
Die erste Sonnenkollektoranlage baute Jenni auf dem Dach des elterlichen Hauses, inspiriert von einem WWF-Magazin. Die Überraschung darüber, dass man mit dieser Technik sogar kochendes Wasser erzeugen konnte, motivierte ihn, sich vollends diesem Sektor zu widmen – trotz der Bedenken vieler Zeitgenossen und Lehrer.
Ohne Startkapital, aber unterstützt durch die Zusicherung seiner Eltern, begann Jenni seine Unternehmungen. Sein Fokus lag auf Solarthermie, eine Technologie, die in den letzten Jahren von Photovoltaik abgelöst wurde. Trotz der günstigeren Kosten für Photovoltaik-Anlagen betont Jenni die Wichtigkeit, überschüssigen Strom thermisch zu nutzen.
Jennis Unternehmen entwickelt heute große Speichertanks für verschiedenste Wärmeproduktionssysteme. Er ist überzeugt: “Die Energiewende hängt stark von der Lösung der Speicherfrage ab.” Seine Kinder sind im Unternehmen eingebunden, was die Nachfolge sichert.
“Beharrlichkeit ist meine beste und auch meine schlechteste Eigenschaft”, zitiert seine Frau. Früher wurde Jennis Vision belächelt; Fachleute waren skeptisch, dass sonnenversorgte Häuser ganzjährig funktionieren könnten. Heute kann er stolz darauf sein, diese Skepsis widerlegt zu haben.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6.5.2026, 17.30 Uhr