In der 93. Minute erzielte Iulian Filipescu den entscheidenden Treffer für den FC Zürich im St. Jakob-Park am 13. Mai 2006 und sicherte dem Team den Meistertitel in der «Finalissima». Zum zwanzigsten Jahrestag dieses Ereignisses bestätigt SRF-Regisseur Beni Giger nun eine lange diskutierte Vermutung: Alain Nefs Einwurf, von dem das 2:1-Tor seinen Ursprung nahm, wurde an der falschen Stelle ausgeführt.
Damals war es jedoch nicht möglich, dies eindeutig zu beweisen. Die TV-Aufnahmen waren unklar und es existierte noch kein Video-Assistenten-System (VAR). Christian Gross, der damalige Trainer des FC Basel, konnte die Ungewissheit nicht ignorieren. Nach dem Spiel, das als «Schande von Basel» in Erinnerung blieb, suchte er den Kontakt zu Giger und wollte für sich Gewissheit schaffen: “Er war überzeugt, dass der Einwurf um 20 Meter verschoben ausgeführt worden sei”, berichtet Giger.
Giger nahm die Spurensuche auf und analysierte spezielle Kamerabilder, die nicht im Fernsehen gezeigt wurden. Tatsächlich ergaben diese Aufnahmen: Nef hatte den Ball viel zu weit in der gegnerischen Hälfte eingeworfen. “Ich übergab Christian Gross eine CD mit diesen Bildern”, erinnert sich Giger. “Einige Stunden später rief er an und teilte mir mit, dass er die Szenen gesehen habe, die CD jedoch weggeworfen sei, weil für ihn damit alles geklärt war.”