In der Nacht zum Sonntag entdeckten Streifenbeamte in der Kenton United Synagogue im Nordwesten Londons Schäden an einem Fenster. Ein Polizeisprecher berichtete, dass Rauch aus dem Gebäude drang und Anzeichen dafür bestanden, dass eine Flasche mit Brandbeschleuniger geworfen worden war. Die Feuerwehr durchsuchte das Objekt und sicherte es. Verletzte gab es nicht. Die Terrorismusbekämpfungseinheit hat die Ermittlungen aufgenommen.
Es handelt sich um den vierten Angriff dieser Art auf jüdische Institutionen in London innerhalb von weniger als einem Monat. Eine neu entdeckte Gruppe namens Harakat Ashab al-Jamin al-Islamia, zu Deutsch etwa “Islamische Bewegung der Gefährten der Rechtschaffenen”, bekannte sich online zu den meisten Vorfällen, wie die Polizei mitteilte.
Zuvor waren in Golders Green Krankenwagen der jüdischen Gemeinde Ziel eines Brandanschlags geworden. Mehrere Verdächtige wurden angeklagt. In der Nacht zum Mittwoch wurde ein Mann und eine Frau festgenommen, nachdem sie versucht hatten, Molotow-Cocktails auf eine Finchley-Synagoge zu werfen – die Brandsätze zündeten sich jedoch nicht an. Am Freitag gab es einen verhinderten Brandanschlag auf ein früheres jüdisches Gemeindegebäude in Hendon.
Die Existenz der Gruppe und ob sie tatsächlich hinter den Angriffen steckt oder eine Tarnung darstellt, um die wahren Hintermänner zu verschleiern, wird untersucht. Es besteht die Möglichkeit, dass iranische Behörden involviert sind.
Die Polizei kategorisierte diese Vorfälle als antisemitische Hassverbrechen und kündigte an, ihre Präsenz im Nordwesten Londons zu erhöhen. Der leitende Ermittler Luke Williams erklärte: “Wir nehmen die Sorgen der Bevölkerung ernst und unterschätzen die Auswirkungen solcher Vorfälle auf unsere jüdischen Gemeinschaften nicht.” Der britische Premierminister Keir Starmer zeigte sich entsetzt, schrieb auf X: “Das ist abscheulich und wird nicht toleriert werden. Angriffe auf die jüdische Community sind Angriffe auf Großbritannien.” Londons Bürgermeister Sadiq Khan ergänzte in einem Post: “Es gibt keinen Platz für Antisemitismus in unserer Stadt, und die Täter dieser verabscheuungswürdigen Anschläge werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.”