Die steigenden Mietpreise und die Knappheit an Wohnraum sind allgegenwärtige Probleme. Ein innovativer Ansatz könnte nun Abhilfe schaffen, indem er das Potenzial von Industriedächern zur Wohnungsbildung nutzt. Der Badener Investor Christoph Schoop sah hierbei eine Lösung: auf den Dachflächen des Industriegebietes in Dättwil 50 bis 70 Wikkelhäuser zu errichten.
Das Konzept der “Wikkelhäuser”, das ursprünglich aus Amsterdam stammt, umfasst kleine, modulare Wohnungen, die fixfertig angeliefert und schnell installiert werden können. Anstatt des in den Niederlanden verwendeten gepressten Papiers bestehen diese hierzulande aufgrund des kühleren Winters aus Holz. Hergestellt werden sie im Kanton Uri binnen weniger Tage.
Pläne für Acht dieser 30 bis 35 Quadratmeter großen Einheiten sind in Baden-Dättwil geplant, wo sie auf einem früheren Industriegebäude Platz finden sollen. Jedes Haus wird über eine eigene Terrasse verfügen und per Lift erreichbar sein.
Das Ziel ist die Schaffung einer ökologischen Siedlung mit nachhaltigen Holzhäusern, ergänzt durch einen 40 bis 80 Zentimeter hohen Pflanzenaufbau, der Spazierwege, Bänke und einen Spielplatz umfasst. “Das ist eine völlig neue Wohnform”, betont Architekt Andreas Zehnder. Sie ermögliche die Schaffung einer neuen Welt auf dem Dach, was eine andere Wohnqualität bedeute.
Trotz der anregenden Vision sind die unmittelbare Umgebung und der Verkehr – 35’000 Autos passieren täglich das Gebiet – nicht besonders einladend. Doch Zehnder hält fest: “Im urbanen Raum gibt es kaum noch ruhige Wohnlagen.” Die Wikkelhäuser bieten dennoch Vorteile wie Sonnenlicht und Nähe zum ÖPNV.
Investor Schoop hebt die kostengünstigen Mieten hervor, was eine hohe Nachfrage und bereits bestehende Wartelisten zur Folge hat. Bewerber kommen aus allen Altersgruppen, auch im AHV-Alter.
Sollte das Projekt wie geplant verlaufen, werden die Wikkelhäuser in Baden-Dättwil voraussichtlich im Frühjahr 2027 bezugsfertig sein. Erfolgt hier eine positive Resonanz, könnte dies den Weg für ähnliche Projekte ebnen.