Ein Mangel an Vitamin B12 kann ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen, da die Symptome schwer zu identifizieren sind und Labortests unklare Ergebnisse liefern können. Es ist wichtig zu wissen, wann eine Untersuchung angebracht ist und welche Methoden Fachleute anwenden.
Wichtige Vitamin B12-Lieferanten wie Fleisch, Eier und Quark tragen zur Bildung roter Blutkörperchen, Zellteilung und Nervenzellfunktion bei. Ein Mangel kann zu Blutarmut und demenzähnlichen Symptomen führen, weshalb viele Menschen sich Sorgen machen. Studien zeigen, dass etwa jede vierte Person über 65 Jahren betroffen ist, selbst wenn sie genug Vitamin B12 zu sich nehmen.
Der tägliche Bedarf liegt bei etwa 4 bis 5 Mikrogramm. Dies kann mit rund 150 Gramm Rindfleisch erreicht werden. Vegetarier können durch den Verzehr von Milchprodukten und Eiern ausreichend Vitamin B12 aufnehmen, laufen jedoch einem höheren Risiko für einen Mangel. Veganer müssen auf Supplemente zurückgreifen, die nicht mehr als 25 Mikrogramm enthalten sollten, wie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt.
Die Symptome sind vielfältig und können psychische Probleme wie Burnout und Depressionen sowie neurologische Auffälligkeiten umfassen. Diese Vielzahl an möglichen Ursachen macht die Diagnose schwierig, weshalb Rima Obeid von der Universität des Saarlandes zu mehr Sensibilität bei Ärzten für einen möglichen B12-Mangel aufruft.
Bei Hinweisen auf einen Mangel empfiehlt sie einen Bluttest, ohne vorher Vitamin B12 zu verabreichen, da dies das Ergebnis verfälschen kann. Bei Risikogruppen, wie Langzeitmedikamenten-Nutzern oder Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen, sollte auch symptomfrei getestet werden.
Es gibt keinen eindeutigen Test für einen B12-Mangel. Rima Obeid schlägt eine schrittweise Diagnostik vor, beginnend mit der Messung des gesamten Blut-Vitamin-B12-Gehalts. Die Behandlung hängt von der Ursache ab: Bei Autoimmunerkrankungen sind lebenslange Injektionen nötig.
Auch ernährungsbedingte Mängel sollten umfassend diagnostiziert werden, insbesondere bei Veganern. Symptome können durch Präparate mit mindestens einem Milligramm B12 pro Tag behandelt werden. Eine ungewöhnliche Ursache für einen Mangel ist der Konsum von Lachgas, das Vitamin B12 bindet und nutzlos macht.
Englische Leitlinien empfehlen eine erneute Blutkontrolle drei Monate nach Therapiebeginn. Rima Obeid betont die Fortführung der Behandlung, solange Symptome bestehen oder kein Mangelgrund behoben ist. Die Dauer der Symptomlinderung variiert; neurologische Beschwerden können längerfristig anhalten.