Die Forderungen nach Premierminister Keir Starmers Rücktritt nehmen in Großbritannien zu, angesichts neuer Enthüllungen über Peter Mandelson, den ehemaligen Botschafter und mutmaßlich in Verbindungen mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Trotz eines negativen Sicherheitschecks wurde Mandelson zum US-Botschafter ernannt. Starmer bestreitet Kenntnis von dieser Entscheidung. Kritiker aus der Opposition und Politik sehen das als unzureichend und fordern seinen Rücktritt.
Der freie Journalist Peter Stäuber, der in London für die “Wochenzeitung WOZ” und “Zeit” Online berichtet, erläutert die Bedeutung solcher Sicherheitsprüfungen. Diese sind entscheidend bei der Vergabe bedeutender Regierungspositionen, insbesondere im Falle von Mandelson aufgrund seines prominenten Postens in Washington und seiner vorherigen Verstrickungen.
Die britische Regierung behauptet, dass keine hochrangigen Minister, einschließlich des damaligen Aussenministers David Lammy oder Premier Starmer selbst, an der Ernennung beteiligt waren. Die Entscheidung soll von Beamten im Aussenministerium getroffen worden sein, was zu Empörung und dem Rücktritt von Oliver Robbins führte. Kritiker sehen jedoch in Robbins einen Sündenbock für ein Versagen auf höchster Regierungsebene.
Es gibt Zweifel an Starmers Unwissenheit über den Vorfall, insbesondere da Gerüchte existieren, er hätte Mandelson wegen dessen diplomatischer Fähigkeiten nach Washington schicken wollen. Dies wirft Fragen bezüglich Starmers Kenntnisstand in Regierungsangelegenheiten auf und verstärkt die Wahrnehmung seiner Inkompetenz.
Mit den bevorstehenden Regional- und Kommunalwahlen im Mai steht Starmer unter enormem Druck. Seine sinkenden Zustimmungswerte und der erwartete Verlust zahlreicher Sitze für Labour könnten seine politische Zukunft gefährden. Die Mandelson-Affäre trägt zusätzlich zu den Herausforderungen bei, die von einer möglichen Ablösung Starmers ausgehen.
Das Interview führte Brigitte Kramer.