Das Thema des Drogensexstrichs beim Kreuzstutz in Luzern wird weiterhin diskutiert. Der Stadtrat hat in seiner Antwort auf eine Interpellation das Vorhandensein von Problemen bestätigt, wobei er betont, dass solche Vorfälle nur «selten» auftreten.
In einschlägigen Foren tauschen sich Freier über einen sogenannten «Drogenstrich» im Babel-Quartier von Luzern aus, wie eine Untersuchung von zentralplus aufzeigte. Der Bericht skizzierte ein Bild der Beschaffungsprostitution mit Sucht, Gewalt und Ausbeutung mitten in der Stadt. Sowohl die Polizei als auch die Stadtverwaltung sind sich des Phänomens bewusst und bestätigen, dass Personen im Gebiet mutmasslich Prostitution betreiben. Es sei jedoch keine feste Szene vorhanden, sondern einzelne Betroffene.
Nach der Veröffentlichung dieses Artikels reichten Zoé Stehlin und Christoph Landolt im Namen der SP/Juso-Fraktion eine Interpellation ein. Sie wollten wissen, wie die Situation eingeschätzt wird und welche Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen ergriffen werden.
In seiner Antwort betont der Stadtrat, dass es auch heute noch zu Beschaffungsprostitution am Kreuzstutz kommt, obwohl Strassensexarbeit ausserhalb des Ibachquartiers verboten ist. Suchtkranke Sexarbeitende sind dort kaum präsent, da sie oft nicht geduldet werden oder den Standort als zu entfernt empfinden.
Der Stadtrat sieht die Ursachen in der prekären Lebenssituation der Betroffenen und weist darauf hin, dass Sucht und Abhängigkeit viele von Kontrollen durch Polizei und Busse nicht abschrecken. Dennoch stellt er fest, dass die Situation sich beruhigt hat – Kondome werden nur noch vereinzelt gefunden und die Sanitäranlagen sind relativ sauber.
Ein Teil der Interaktionen findet heutzutage digital statt, was die Sichtbarkeit reduziert. Ein Freier etwa notierte seine Handynummer in verschlüsselter Form an einer Mauer für diejenigen, die ihr Handy verloren haben. Solche Treffen finden zunehmend im Verborgenen statt, sei es in Autos oder bei vorab per WhatsApp arrangierten Begegnungen.
Polizist Simon Steger von der Luzerner Polizei betonte ebenfalls, dass Sexarbeit sich vermehrt in Airbnbs und Billighotels verlagert.
Die Stadt verwies auf bestehende Maßnahmen wie eine hohe Polizeipräsenz, Kontrollen sowie die Arbeit der SIP. Ziel ist es, Risiken zu minimieren und den Kontakt zu den Betroffenen aufrechtzuerhalten. Der Stadtrat machte jedoch klar, dass repressive Maßnahmen allein wenig effektiv sind. Daher setzt die Stadt verstärkt auf niederschwellige Unterstützung wie bessere hygienische Infrastruktur oder langfristige Wohnlösungen für suchtkranke Personen.