In der Schweiz schliessen zunehmend Hausarztpraxen auf dem Land. Als Lösung plant die Luzerner Krankenkasse Concordia, ab Herbst neue Carepoints einzuführen, wie CH Media berichtet. Diese sollen von ausgebildeten Pflegefachleuten betrieben werden und Routineuntersuchungen sowie erste Kontrollen übernehmen.
Das Pilotprojekt zielt darauf ab, insbesondere in ländlichen Regionen und Agglomerationen medizinische Grundversorgung zu gewährleisten. Die Carepoints werden nicht direkt von der Krankenkasse betrieben, sondern durch die Concordia-Tochtergesellschaft „Monvia“, welche sich auf Hausarztmedizin spezialisiert hat und laut Bericht etwa 170 Mitarbeitende beschäftigt.
Nikolai Dittli, CEO von Concordia, erklärte gegenüber den Medien, dass viele Regionen ein Problem mit der Pensionierung von Hausärzten ohne Nachfolge haben. Dies führe zu einer Verschlechterung der medizinischen Grundversorgung. Das Projekt ist Teil einer strategischen Initiative, die auch eine engere Verknüpfung des digitalen Angebots mit telemedizinischen Diensten umfasst.
Concordia wird im Kanton Luzern Fördermittel für dieses Vorhaben bereitstellen und prüft zudem die Umsetzung in anderen Kantonen. Nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr, in dem die Krankenkasse in der Grundversicherung 40 Millionen Franken Gewinn machte, verzeichnete sie jedoch einen Rückgang von rund 37’000 Versicherten auf Anfang 2026.
Concordia befindet sich laut Bericht in einer Konsolidierungsphase und verzichtet erneut auf eine Ausschüttung aus ihren Reserven. Dennoch bleibt die Möglichkeit solcher Rückzahlungen für die Zukunft bestehen. Derzeit konzentriert sich das Unternehmen darauf, neue Angebote zu entwickeln.
Verwendete Quellen:
Bericht bei CH Media