Eine Serie rätselhafter Ereignisse hat die Aufmerksamkeit des FBI geweckt: Was verbirgt sich hinter der Theorie der «missing scientists»? Vor zwei Monaten verschwand William Neil McCasland, ein pensionierter Luftwaffen-General im Alter von 68 Jahren, aus seinem Haus in Albuquerque, New Mexico. Zuletzt wurde er am Freitag, den 27. Februar, durch einen Heizungsmonteur gesehen, der Wartungsarbeiten in dem Einfamilienhaus am Rand der Sandia Mountains verrichtete. Bei seiner Rückkehr von einem Zahnarzttermin bemerkte seine Frau das Fehlen ihres Mannes; sein Handy war zurückgelassen worden, ebenso wie seine Apple Watch und Brille, während ein Revolver fehlte.
Das Anwesen der McCaslands liegt am Ende einer Sackgasse. Trotz Überwachungskameras in dem gehobenen Wohnviertel wurde keine Aufnahme von McCasland gemacht; er soll das Grundstück zur Rückseite verlassen haben und sich möglicherweise in die umliegenden Canyons begeben haben.
Suchtrupps, bestehend aus über 120 Personen, Spürhunden und Drohnen, fanden keine Spur von McCasland. In ihrer Verzweiflung schrieb seine Frau auf Facebook spöttisch, dass vielleicht Ausserirdische ihn entführt hätten – obwohl es dazu keine Meldungen gegeben habe.
Ihr Beitrag sollte den Verschwörungstheorien entgegenwirken, die sich in der Ufo-Szene nach McCaslands Verschwinden verbreiteten. Der General war einst Kommandant des Air Force Research Laboratory (AFRL) mit einem Jahresbudget von Milliarden. Verschwörungstheoretiker behaupten, dass Trümmer eines angeblichen Ufo-Absturzes von Roswell 1947 nach Ohio gebracht worden seien und McCasland wisse Bescheid.
Die Theorie besagt, er sei deshalb zum Schweigen gebracht worden. Sein Verschwinden fiel zusammen mit Trumps Ankündigung, geheime Dokumente über ausserirdisches Leben zu veröffentlichen.
Es ist unklar, wie McCasland von Trumps Plänen betroffen gewesen sein könnte, doch das ist nicht der entscheidende Punkt. Die Verschwörungstheoretiker behaupten, etwas müsse faul sein, da er einer von zwölf Wissenschaftlern sei, die angeblich entführt oder ermordet worden seien, weil sie zu viel wussten.
Trump äusserte sich dazu und sagte, es sei «eine ziemlich ernste Angelegenheit». Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, James Comer, kündigte daraufhin Ermittlungen an und erklärte eine mögliche Bedrohung für die nationale Sicherheit. Das FBI wurde eingeschaltet.
Die Theorie nahm ihren Anfang auf Reddit, wo ein Nutzer McCaslands Programm zur Entwicklung einer Superlegierung für Raketentriebwerke erwähnte, um die Abhängigkeit von russischer Militärtechnologie zu beenden. Eine führende Wissenschaftlerin in diesem Programm, Monica Jacinto Reza, verschwand 2025 beim Wandern.
Weitere Fälle wurden hinzugefügt, darunter der des langjährigen LANL-Forschers Anthony Chavez, gemeldet als vermisst am 8. Mai 2025, und die Mitarbeiterin Melissa Casias von Los Alamos National Laboratory, verschwunden im Juni 2025.
Andere Fälle präsentieren sich anders: Nuno Loureiro, ein MIT-Professor, wurde in seinem Haus erschossen, wobei der Täter einen persönlichen Konflikt als Motiv angab. Die Theorien variieren von Ufos über Raketentechnologie bis hin zu Nuklearprogrammen.
Trump hat eine Affinität für Verschwörungstheorien gezeigt, was möglicherweise seinen Wählerkreis zufriedenstellt und Unterhaltung bietet. Solche Fälle von älteren Menschen, die verschwinden, sind jedoch statistisch nicht ungewöhnlich.
Die Ehefrau von McCasland sieht das Schicksal ihres Mannes nüchtern: Er habe bewusst keine Spuren hinterlassen wollen. Der Revolver deutet möglicherweise auf innere Dämonen statt auf ausserirdische Begegnungen hin.