Im Rahmen einer großangelegten Razzia, die sich über den Kanton Zürich und fünf weitere Kantone erstreckte, wurden insgesamt zehn Personen festgenommen. Diese Aktion wurde von mehreren ausserkantonalen Polizeikräften unterstützt, wie von der Zürcher Staatsanwaltschaft zusammen mit der Kantonspolizei und Stadtpolizei Zürich berichtet. Laut Europol steht die nigerianische Gruppierung Black Axe im Mittelpunkt der Ermittlungen. Diese weltweit agierende Bruderschaft ist bekannt für eine Vielzahl schwerer Straftaten. Unter den inhaftierten Männern, deren Alter zwischen 32 und 54 Jahren liegt, befinden sich neun Nigerianer, die als Mitglieder oder Unterstützer der Organisation vermutet werden. Ein bedeutender Durchbruch der Operation war laut Europol die Festnahme des sogenannten Regional Heads, dem Verantwortlichen für Südeuropa. Die Ermittlungen basierten auf einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, wobei Europol durch detaillierte Informationsanalysen und den Datenaustausch zwischen den beteiligten Ländern half. Vor den Festnahmen fand ein entscheidendes Treffen in Madrid statt, um die Struktur der Organisation zu kartieren. Dies ermöglichte es, einzelne Betrugsfälle zusammenzuführen und die Führungsstruktur der kriminellen Vereinigung aufzudecken. Ein häufig genutztes Täuschungsmittel ist der sogenannte „Romance Scam“ oder Liebesbetrug. Dabei erstellen Betrüger falsche Profile in sozialen Netzwerken, um über Monate hinweg eine gefühlte Beziehung zu ihren Opfern aufzubauen und diese dann um Geld zu bitten. Die Zürcher Kantonspolizei warnt davor, dass dieser digitale Schwindel existenzbedrohende Folgen für die Opfer haben kann. Neben Schweizer Behörden waren auch das Bayerische Landeskriminalamt sowie Italiens Antimafia-Direktorat an dem Verfahren beteiligt. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, durch Cyberbetrug und Geldwäsche Schäden in Millionenhöhe verursacht zu haben. Europol gibt an, dass die Black Axe mit dem „Neo-Black Movement of Africa“ verbunden ist und eine strenge Hierarchie besitzt. Sie teilt ihr Einflussgebiet auf 60 Zonen in Nigeria sowie weitere 35 im Ausland auf. Die Polizei geht von etwa 30’000 Mitgliedern aus, die von zahlreichen Gehilfen unterstützt werden. Neben Betrug ist das Netzwerk auch im Drogen- und Menschenhandel sowie in weiteren schwerwiegenden Straftaten aktiv. Die jährlichen Einnahmen aus diesen Aktivitäten belaufen sich weltweit auf mehrere Milliarden Euro. SRF 4 News, 28.4.2026, 15 Uhr