Marc Sieger beleuchtet, wie Einsprachen in der Schweiz eine Vielzahl von Vorhaben blockieren. Ein aktuelles Beispiel ist das Brüggli-Restaurant in Zug, dessen Eröffnung Ende April durch vier Einsprachen verschoben wurde. Diese betreffen die Öffnungszeiten und Sitzplatzanzahl (zentralplus berichtete). Der Fall des Brügglis erinnert an viele andere Projekte, die aufgrund von Einsprachen ins Stocken geraten sind.
Mit einem Abo erfahren Sie mehr darüber, wie Einsprachen günstigen Wohnraum blockieren, welche Hochhausprojekte vor Gerichten feststecken und wo der Knoten kürzlich geplatzt ist. Der oft zitierte Spruch “Die fünfte Schweizer Landessprache ist die Einsprache” scheint Realität zu werden.
Das Meggen-Projekt Kreuzmatt sieht den Bau zweier Mehrfamilienhäuser mit 26 preiswerten Wohnungen durch zwei Genossenschaften vor. Obwohl der Gemeinderat bereits 2019 grünes Licht gab, verzögern Einsprachen und Beschwerden das Vorhaben weiterhin (zentralplus berichtete). Der Fall wurde zwar vom Kantonsgericht im Dezember 2025 bestätigt, liegt aber nun beim Bundesgericht.
Das geplante Hochhaus Pi in Zug könnte auf dem Areal Geviert GIBZ entstehen. Die Stadtzuger Bevölkerung stimmte für den Plan, der ein 80 Meter hohes Holzhochhaus mit über 180 Wohnungen vorsieht (zentralplus berichtete). Eine Verwaltungsbeschwerde sorgt jedoch für Verzögerungen.
Das Hochhaus-Projekt “Lu Two” in Luzern, das für eine Eröffnung im Jahr 2025 geplant war, verzögert sich durch Beschwerden und Gerichtsverfahren auf 2027 (zentralplus berichtete). Zwei Einsprachen kritisieren den Einfluss auf die Umgebung und den Ortsbildschutz.
Politiker suchen nach Lösungen gegen das Problem der Einspracheflut. Ständerätin Andrea Gmür plant, missbräuchliche Einsprüche mit finanziellen Strafen zu belegen (zentralplus berichtete). In Zug fordert die Mitte eingeschränktere Einspracherechte und Zahlungen von den Einsprechern. Die Zuger GLP schlägt vor, Streitigkeiten ähnlich wie beim Friedensrichteramt frühzeitig zu klären.
Die Pädagogische Hochschule Zug plant einen neuen Campus, gegen den Nachbarn Beschwerde einlegen (zentralplus berichtete). Das Hermitage-Traditionshotel in Luzern will nach Einsprachen seinen Umbau anpassen und rechnet mit einer Gestaltungsplanbewilligung innerhalb von drei Jahren.
Das Salesianum-Projekt in Zug, das 56 Eigentumswohnungen vorsieht, war über Jahre blockiert. Nach Plananpassungen hat die Bauherrschaft nun die Baubewilligung erhalten (zentralplus berichtete), doch der Zeitplan für den Start ist ungewiss.
Verwendete Quellen:
– Medienarchiv zentralplus