Die Swiss Airlines führte einen neuen Tarif namens «Economy Basic» ein, bei dem Passagiere nur noch eine Aktentasche mitnehmen dürfen. Die Lufthansa-Gruppe kündigte an, dass dieser Tarif ab dem 19. Mai verfügbar sein wird und lediglich ein Gepäckstück von 40 mal 30 mal 15 Zentimetern erlaubt ist.
Diese Änderung betrifft mehrere Airlines innerhalb der Lufthansa-Gruppe, darunter die Swiss selbst. In bestimmten Verbindungen im Europanetz wird nun ein Handgepäckstück von 55 mal 40 mal 23 Zentimetern nur noch für den teureren Economy-Light-Tarif angeboten.
Wer sich also weiterhin das Recht auf ein größeres Handgepäck wahren will, muss diesen Tarif wählen und entsprechend mehr bezahlen. Der neue Tarif ermöglicht jedoch auch die kostenpflichtige Umbuchung von Flügen.
Es stellt sich die Frage, ob diese Änderungen dazu führen könnten, dass die Swiss eines ihrer Alleinstellungsmerkmale verliert, ähnlich wie bei Billig-Airlines wie Ryanair oder EasyJet. Diese haben bereits seit 2019 respektive 2021 das Handgepäck stark eingeschränkt und bieten es nur gegen Aufpreis an.
Ein Vergleich: Ein Flug mit EasyJet nach Lissabon kostet zum Beispiel ab 109 Franken, während ein zusätzliches Gepäckstück bis zu 68 Franken mehr kosten kann. Dies führt schnell zu doppelt so hohen Gesamtkosten.
Die Swiss betont jedoch, dass es sich um eine Erweiterung des Angebots handle und nicht um den Versuch, wie die Billig-Airlines auszusehen. Ein Blick auf ihre Website zeigt, dass der neue Economy-Basic-Tarif günstiger sein soll als das bisherige Angebot.
Beispielweise kostet ein Flug nach Hamburg am 25. Juni im neuen Tarif weniger als zuvor. Bei anderen Strecken wie Athen wurde ebenfalls eine Preissenkung verzeichnet, während der Flug nach Lissabon teurer geworden ist.
Walter Kunz, Ombudsmann der Reisebranche, sieht in diesem Ansatz eine Möglichkeit, den Platzmangel und die dadurch bedingten Verspätungen zu reduzieren. Kritik gibt es jedoch von der Stiftung Konsumentenschutz, die darauf hinweist, dass Kurzaufenthalte nicht im Einklang mit den aktuellen Klimazielen stehen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser neue Tarif auf das Flugverhalten und die Wahrnehmung der Swiss als Premium-Airline auswirken wird. Ein vollständiger Verzicht auf traditionelle Annehmlichkeiten wie Schoggi würde wohl ein anderes Bild ergeben.