Die UBS weist rund 230’000 registrierte Aktionärinnen und Aktionäre auf, die insgesamt 42 Prozent der Aktien besitzen. Die restlichen 58 Prozent befinden sich im Besitz von anonymen Personen oder Institutionen, die nicht in das Aktienregister eingetragen sind. Während Kleinaktionäre ihre Meinungen zu Eigenkapitalfragen äußern, schweigen die großen Aktionäre.
Die registrierten Kleinaktionäre umfassen circa 228’800 Privatpersonen und Unternehmen, die der UBS bekannt sind und zwischen einer bis maximal 100’000 Aktien halten. Diese Gruppe besitzt zusammen 23 Prozent aller registrierten Aktien.
Grossaktionäre sind etwa 580 mehrheitlich institutionelle Anleger mit je über 100’001 Aktien. Sie halten zusammen 77 Prozent der registrierten Aktien.
Eine unbekannte Zahl an anonymen Aktionären hält insgesamt weitere 1,9 Milliarden nicht registrierte Aktien, was mehr als die kombinierten Anteile von Klein- und Grossaktionären (1,5 Milliarden) ausmacht. Diese verzichten freiwillig auf ihr Stimmrecht bei der UBS-Generalversammlung.
Laut Bloomberg zählen zu den größten Aktionären: Arthur Albrecht, ein Kleinaktionär, erlitt durch den Zusammenbruch der Credit Suisse 2023 finanzielle Verluste und begrüßt eine Eigenkapitalerhöhung der UBS. Er sagt: «Mit genug Eigenkapital kann die Bank nicht so schnell bankrottgehen. Ich habe zuletzt zwar wieder Geld gewonnen mit der UBS-Aktie, insgesamt aber nicht so ein gutes Bauchgefühl.»
Er unterstützt Bundesrätin Karin Keller-Sutter, die auf «Theorien» verwies, die den mittel- bis langfristigen Anstieg des Aktienpreises wegen einer stabilen Bank prognostizieren.
Bei einer SRF-Umfrage an der UBS-Generalversammlung vor zwei Wochen zeigte sich ein differenziertes Bild: «Was der Bundesrat will, ist zu hoch. Ein guter Kompromiss wäre super», sagten Kleinanleger. Andere bemerkten: «Eigenkapital ist totes Kapital. Aber anderseits kann es nicht sein, dass nochmals so etwas passiert wie mit der Credit Suisse.»
SRF hat bei 15 der größten UBS-Aktionäre in der Schweiz und im Ausland nachgefragt – auf Deutsch, Englisch oder Japanisch – die Antwort war immer dieselbe: «Kein Kommentar.» Niemand möchte öffentlich Stellung nehmen. Eine anonyme Person meint, niemand wolle sich gegen mehr Eigenkapital aussprechen und es sich mit der Schweizer Regierung verscherzen. Eine Schweizer Bank äußerte schriftlich, sie kommentiere grundsätzlich nicht zu Mitbewerbern.
Sollte die UBS ihren Sitz ins Ausland verlegen wollen, um neuen Eigenkapitalvorschriften zu entgehen, müssten sich auch die Grossinvestoren äußern – ob öffentlich bleibt ungewiss.
Finanzprofessor Thorsten Hens von der Universität Zürich erklärt: Die UBS strebt nach Maximierung ihrer Eigenkapitalrendite. Mehr Eigenkapital bedeutet jedoch eine geringere Rendite, da diese vom Gewinn pro Eigenkapital abhängt. Eine solche Gewinnmaximierung birgt Risiken, wie bei der globalen Finanzkrise 2007.
Hens glaubt, dass im Falle höherer Anforderungen an das Eigenkapital UBS-Aktionäre abspringen könnten, dies sei jedoch besser als eine unsichere UBS. Die UBS sieht bei verschärften Vorschriften Wettbewerbsnachteile und prüft weiterhin Massnahmen zum Schutz ihrer Aktionäre. An den geplanten Gewinnausschüttungen hält die Bank fest.