Nach jahrzehntelanger Planung nimmt das Vorhaben eines kulturhistorischen Zentrums in Ägeri Gestalt an. Ein ursprünglich geplantes Museum ist nun ad acta gelegt, und der Verein «Talgeschichten Ägeri» hat den Fokus neu gesetzt.
Der im Unterägeri gegründete Verein will die etwa 5000 Objekte, die von der Bürgergemeinde Unterägeri über Jahrzehnte hinweg gesammelt wurden, zentral lagern und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Stephanie Müller, Historikerin und Kuratorin des Projekts, betont die Bedeutung dieser Sammlung, welche seit 1978 Objekte aus dem Ägerital vereint.
Die Idee eines Museums wurde verworfen, da die notwendige Unterstützung der Einwohnergemeinden fehlte. Stattdessen konzentriert man sich nun auf ein Zentrum im Untergeschoss mit klimatisch geschütztem Raum für die Sammlung. Die Öffentlichkeit soll über Veranstaltungsreihen und Ausstellungen partizipieren können.
Das Konzept eines Museums entstand bereits 1978, als der Bürgerrat der Bürgergemeinde Unterägeri ein Budget für kulturelle Zwecke vorsah. Im Jahr 2000 wurde eine Motion zur Museumseröffnung eingebracht, die jedoch letztlich nicht umgesetzt werden konnte.
Stephanie Müller betont die Wichtigkeit des Zentrums als Plattform zur Diskussion über Ägeris Vergangenheit und Zukunft sowie den Schutz von aussterbenden Handwerksarten. Die Sammlung soll Brüche in der Geschichte aufzeigen und zeitgenössische Objekte einschließen, um eine umfassende Geschichtsdokumentation zu ermöglichen.
Der Verein plant, die Sammlung 2027 zu eröffnen. Während die Betriebskosten gesichert sind, laufen noch Bemühungen zur Beschaffung der Initialfinanzierung. Der Sargschlitten, ein von Stephanie Müller geliebtes Objekt aus Oberägeri, symbolisiert eindrücklich das historische Ägerital.
Quellen: Medienmitteilung des Vereins «Talgeschichten Ägeri», Gespräch mit Stephanie Müller, Berichte der Zuger Zeitung.