Die Militärregierung Malis, die sich 2021 durch einen Putsch an die Macht gebracht hatte und daraufhin die französischen Truppen ersetzte, zeigt nun ihre Schwächen. Diese wurde im letzten Jahr von Russen unterstützt, doch die jüngsten Rückschläge verdeutlichen deren Unzulänglichkeit. Die Jihadisten, insbesondere der Al-Kaida-Ableger JNIM, eroberten wichtige nordmalische Städte und verursachten hohe Verluste für die Regierungstruppen. Unter den Opfern befinden sich auch ranghohe Militärs wie Verteidigungsminister Sadio Camara.
Die symbolträchtigen Abzüge russischer Konvois nach Süden unterstreichen das Scheitern der moskaufreundlichen Allianz AES in Westafrika. Trotz antiwestlicher Rhetorik und Propaganda fehlt es den Russen an der Fähigkeit, langfristig Sicherheit zu gewährleisten. Ihr Einzug 2021, noch unter dem Label Wagner, war als Absage an den französischen Einfluss gedacht, doch das Versprechen von Sicherheit blieb unerfüllt.
Analysten sehen die Jihadisten nicht unmittelbar an der Macht im Land, jedoch bleibt wenig Zeit für Korrekturen. Mali offenbart die überzogenen Ambitionen Russlands und die Naivität afrikanischer Verbündeter. Diese Erkenntnis wird weltweit wahrgenommen und könnte auch in Nahost Konsequenzen haben.
Die russische Schwäche, verstärkt durch den Krieg gegen die Ukraine, macht deutlich: Der Westen ist noch lange nicht obsolet. Die USA könnten von dieser Situation profitieren und haben bereits ihre Bereitschaft zur militärischen Kooperation signalisiert. Im Gegenzug steht der Zugang zu wichtigen Ressourcen in Westafrika im Raum.
Dennoch bleibt fraglich, wie die lokale Bevölkerung von solchen Deals profitiert. Eine nachhaltige Stabilisierung Malis erfordert interne Reformen und ethnische Versöhnung. Erste Stimmen fordern bereits den Rücktritt der ineffektiven Militärregierung. Sollte keine Stabilität erreicht werden, droht die Entstehung eines afrikanischen Kalifats, was auch Europa gefährlich werden könnte.
In diesem Kontext bleibt abzuwarten, ob Mali und seine Anrainerstaaten eine Wende hin zu Sicherheit und Frieden schaffen können.