Ein Rechtsstreit zwischen dem Tech-Milliardär Elon Musk und OpenAI, bekannt für die Entwicklung von ChatGPT, hat in Oakland, Kalifornien begonnen. Im Jahr 2024 reichte Musk Klage gegen das Führungsteam unter CEO Sam Altman sowie Microsoft ein. Er behauptet, dass OpenAI seine ursprüngliche Vision einer KI-Entwicklung zum globalen Wohl verraten habe, als die Organisation zu einem gewinnorientierten Ansatz überging. Obwohl OpenAI immer noch als gemeinnützig gilt, hält es Anteile an der profitablen Tochterfirma OpenAI Group Public Benefit Corporation (PBC), deren Hauptinvestor Microsoft ist.
Musk wirft dem Unternehmen in seiner Klage unrechtmäßige Bereicherung vor und kritisiert den Bruch von dessen gemeinnütziger Ausrichtung. In einer Aussage beklagte er, dass OpenAI eine Wohltätigkeitsorganisation ‘gestohlen’ habe, da er das Projekt mit 38 Millionen US-Dollar unterstützt hatte, in der Annahme, es würde sich auf die Entwicklung von Open-Source-Software konzentrieren. Musk verlangt die Absetzung von Sam Altman und Greg Brockman sowie eine Rückkehr zu einer Non-Profit-Forschungsorganisation. Zudem fordert er Wiedergutmachung in Höhe von über 100 Milliarden US-Dollar, die jedoch OpenAI zugutekommen soll.
OpenAI wirft Musk vor, seine eigene KI-Initiative xAI und den Chatbot Grok zu nutzen, um OpenAI auszubremsen. Sie argumentieren, dass Musk der gewinnorientierten Sparte zugestimmt habe, um die notwendige Rechenleistung zu finanzieren. Unterlagen belegen auch Musks Beteiligung an der Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI.
Seit seiner Gründung 2015 als Non-Profit-Forschungslabor mit dem Ziel, KI zum Nutzen der Menschheit zu entwickeln, durchlief OpenAI mehrere Veränderungen. Musk verließ 2018 den Verwaltungsrat nach internen Konflikten und versuchte später die Kontrolle über das Unternehmen zu erlangen. Im Februar 2025 bot Musk zusammen mit Investoren 97,4 Milliarden US-Dollar für OpenAI an, was von Altman abgelehnt wurde.
Die Klage könnte weitreichende Folgen haben. Sie könnte OpenAI’s geplante Investitionen in KI-Infrastruktur im hohen zweistelligen Milliardenbereich beeinträchtigen und hat Bedeutung für den bevorstehenden Börsengang, bei dem Altman eine Bewertung von einer Billion US-Dollar anstrebt. Der Fall wird zudem als Präzedenzfall in der Tech-Branche betrachtet.
Die Geschworenen wurden am Montag ausgewählt und werden nun die Vorwürfe sowie Zeugenaussagen prüfen, bevor sie Richterin Yvonne Gonzalez Rogers eine Empfehlung geben. Die endgültige Entscheidung soll bis Ende Mai gefällt werden.