Damian Rast, seit 2013 bei Radio SRF tätig und zuletzt als Wirtschaftsredaktor aktiv, beschreibt in einem Bericht eine Situation, die implizit Migros und Coop betrifft. Die beiden großen Detailhändler werden nicht direkt benannt oder kritisiert, doch ihre marktbeherrschende Stellung wird als einer von vielen Faktoren genannt, die ausländischen Anbietern den Zugang zum Schweizer Markt erschweren.
Beide Unternehmen weisen Kritik zurück. Migros betont, der Detailhandel sei so wettbewerbsintensiv wie nie zuvor und rund 80 % ihrer Lebensmittel würden auf Wunsch der Kunden aus der Schweiz bezogen; die Bio-Standards gelten für alle gleich. Coop hebt ebenfalls den intensiven Konkurrenzkampf hervor und betont, dass das Angebot an Schweizer Produkten dem Kundennachfrage entspricht.
Im 500-seitigen Bericht gibt es dazu nur einen Satz. Die US-Argumentation legt nahe, dass Coop und Migros ihre Marktmacht nutzen könnten, um amerikanische Produkte auszuschliessen, wobei der landwirtschaftliche Sektor im Zentrum des Problems steht. Dieser Punkt ist nicht neu, da er bereits in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine Hürde für ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und den USA darstellte.
Bestimmte Produkte können zollfrei eingeführt werden, weil sie in der Schweiz kaum oder nur in geringen Mengen produziert werden (wie Peperoni, Feigen, Kichererbsen). Für andere Produkte wie Erdbeeren existiert ein komplexes Kontingentsystem zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft und Sicherstellung der Versorgung. Dies führt jedoch dazu, dass ausländische Produzenten in bestimmten Monaten hohe Zölle zahlen müssen.
Obwohl die US-Kritik nachvollziehbar ist – sie fordern besseren Marktzugang – ist es für die Schweiz schwierig, diesen Wünschen entgegenzukommen, da der Schutz heimischer Produkte vom Volk gewünscht wird. Die Mehrheit bevorzugt eine lokale Landwirtschaft und ist bereit, dafür höhere Preise zu zahlen sowie staatliche Unterstützung für Bauern bereitzustellen.