Greta Gysin, eine Vizepräsidentin und Mitglied der Grünen-Fraktion, will Aline Trede als Fraktionschefin nachfolgen. Durch ihre aktive Rolle in der Fraktion ist sie gut integriert und verfügt über hervorragende Kontakte zu anderen Parteien. “Ich kenne die Abläufe sehr genau und habe die richtigen Werkzeuge, um erfolgreich zu sein,” betont Gysin.
Trede, eine Berner Nationalrätin mit einem starken parteiübergreifenden Netzwerk, wurde zuletzt in den Berner Regierungsrat gewählt. Sollte Greta Gysin aus dem Tessin die Wahl zum Fraktionspräsidium der Grünen schaffen, würden beide Spitzenpositionen bei den Grünen mit Frauen besetzt sein, die nicht aus der Deutschschweiz stammen. Die Deutschschweiz ist jedoch gemessen an ihrer Bevölkerungsgröße ein bedeutender Landesteil.
Gysin sieht dies nicht als Hindernis: “Ich bin zweisprachig aufgewachsen und beherrsche zudem Schweizerdeutsch recht gut.” Sie weist darauf hin, dass die Grünen in der Deutschschweiz über bekannte Persönlichkeiten verfügen, auch im Fraktionsvorstand.
Als weitere Kandidaten gelten Franziska Ryser aus St. Gallen, Gerhard Andrey aus Freiburg und Mathias Zopfi aus Glarus, obwohl von ihnen noch keine Entscheidung bekannt ist. Marionna Schlatter aus Zürich und Manuela Weichelt aus Zug werden ebenfalls als potenzielle Kandidatinnen gehandelt.
Die Wahl der neuen Fraktionsführung findet am 22. Mai statt. Die neue Präsidentin oder der neue Präsident wird eine entscheidende Rolle übernehmen, da Parteipräsidentin Lisa Mazzone nicht mehr im Ständerat tätig ist und somit nicht an vorderster Front mitwirken kann. Nach den letzten Wahlen sind die Grünen sowohl auf Bundesebene als auch in den Kantonsparlamenten zurückgegangen.
Quelle: SRF 4 News, 29.04.2026, 17 Uhr; noes; Nathalie Christen