Autorin: Magdalena Leitner
Pro Natura plant die Umwandlung einer veralteten Panzersperre beim Islisberg in ein kleines Biotop, das Amphibien, Insekten und anderen Kleintieren dienen soll. Versteckt unter einer dichten Hecke auf dem hintersten Zipfel der Gemeinde Baar liegt diese Sperre, die nie einen Panzer stoppen konnte, aber heute als Lebensraum für viele kleine Tiere dient.
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– Welche Pläne Pro Natura zur Schaffung von mehr Wasserflächen und Lebensräumen hat,
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Nach einer Maturaarbeit, über die zentralplus berichtete, wurde diese Panzersperre erst 1989 im Rahmen des Kalten Kriegs erbaut und ein Jahr später fertiggestellt. Sie gilt als letzte ihrer Art, da der Bund vermutlich nach dem Fall der Berliner Mauer Mittel für weitere ähnliche Projekte gestrichen hat.
Heute gehört die Panzersperre Pro Natura, welche sie 2018 erwarb, um dort einen Lebensraum zu schaffen. Aktuelle Pläne zur Aufwertung wurden im Zuger Amtsblatt publiziert. Eine Umweltwissenschaftlerin der Organisation erklärt: „Wir beabsichtigen die bestehenden Feuchtlebensräume weiterzuentwickeln, das Gebiet ökologisch durch Kleinstrukturen aufzuwerten und die Hecke instand zu setzen.“
Im Winter ist unter der Pro-Natura-Hecke noch immer klar erkennbar, was sich verbirgt.
(Bild: Andreas Busslinger)
Die Panzersperre erstreckt sich über 240 Meter.
(Bild: Andreas Busslinger)
Feuchte Lebensräume und mehr Versteckmöglichkeiten
Ziel ist es, zusätzliche feuchte Lebensräume zu schaffen – Orte für Frösche und Libellen. Solche Gebiete werden zunehmend rar. Im Sperrengelände gibt es zwar bereits Feuchtstellen, doch eine Sickerleitung führt nur zeitweise Wasser hinzu. Pro Natura Zug plant, Wasser künftig in Tümpeln zu sammeln, um eine längere oberirdische Fließstrecke durch eine Rinne zu ermöglichen.
Eine Skizze zeigt die geplanten Erweiterungen der Gewässer (blau) und zusätzliche Verstecke (schwarz).
(Bild: AV-Daten Kanton Zug, zvg)
Rot eingekreist ist der Standort der Panzersperre Islisberg.
(Bild: Bildschirmaufnahme zugmap.ch)
Die Umweltwissenschaftlerin betont die Bedeutung des Wasserrückhalts und eines langsameren Abflusses im Zuge des Klimawandels. Dies könne Hochwassergefahren verringern und den Boden bei Dürre feuchter halten.
Des Weiteren sollen zwei Stein- und Asthaufen als Verstecke dienen, um Amphibien, Eidechsen oder Hermeline anzulocken. Die Hecke wird ausgelichtet: Alte oder kranke Äste werden entfernt, wodurch mehr Licht zu den Gewässern dringt und stehendes Totholz seltene Insekten anzieht.
Verwendete Quellen:
– Schriftlicher Austausch mit Pro Natura
– Kommunale Baugesuchspublikation im Amtsblatt durch Pro Natura Zug