Das Breakthrough Institute in den USA sucht nach pragmatischen Lösungen für Klima-, Umwelt- und Energieprobleme. Es stellt sich der Herausforderung, Meinungsverschiedenheiten willkommen zu heißen, besonders während der Trump-Ära. Bewerber müssen eine ungewöhnliche Frage beantworten: “Wann haben Sie in Ihrem Leben einmal die Meinung gewechselt – und warum?” Seaver Wang konnte antworten. Er erzählt von seiner Zeit als Umweltstudent, wo der Film “An Inconvenient Truth” seinen Aktivismus prägte. Später jedoch stellten sich ihm Zweifel ein: Eine Diskrepanz zwischen Umweltschutzstrategien und den tatsächlichen Bedürfnissen der Welt wurde sichtbar.
Wang entdeckte schließlich das Breakthrough Institute, eine pragmatische und unkonventionelle Organisation, die Kernenergie befürwortet. 2019 fand er hier erfolgreich Anstellung und leitet heute das Klima- und Energieteam. Das Institut nimmt in der US-Umwelt- und Klimapolitik eine Sonderposition ein: Es verpflichtet sich dem Umweltschutz, sieht jedoch die Notwendigkeit eines von Menschen verursachten Klimawandels an. Die empfohlenen Lösungen unterscheiden sich vom Mainstream des Umweltschutzes, indem sie Technologien wie Gentechnik und intensive Landwirtschaft befürworten.
Diese Haltung schließt eine weltanschauliche Lücke zwischen der etablierten Umweltbewegung und wirtschaftsliberalen oder konservativen Gruppen. Vor kurzem empfahlen zwei Autoren, darunter Alex Trembath, stellvertretender Direktor, dass Befürworter von Solarenergie und Kernenergie ihre Differenzen überwinden sollten, um beide Energiequellen zu fördern.
Das Breakthrough Institute versteht sich als überparteilicher Think-Tank. Es geht nicht nur darum, zwischen den beiden großen Parteien Kompromisse zu suchen. “Meinungsverschiedenheiten herbeiführen” ist das Motto, um in Diskussionen tiefere Verständnisse zu erreichen und die Ursachen von Meinungsverschiedenheiten zu ergründen.
Die Belegschaft des Instituts zeigt eine breite ideologische Spannbreite. Kontroversen rufen oft Proteste aus linken Kreisen hervor, besonders wegen der Befürwortung der Kernenergie. Das Institut bevorzugt es, klimafreundliche Energiequellen kostengünstig zu machen, um ärmeren Ländern wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen.
Kritik kommt auch von rechts, wo einige gegen gentechnische Veränderungen und industrielle Landwirtschaft sind. Das Breakthrough Institute befürwortet staatliche Eingriffe in die Energiewirtschaft, was bei konservativen Liberalen auf Ablehnung stößt.
Das Hauptziel des Instituts ist ein wohlhabendes Menschenleben, nicht primär das ökologische Wohlergehen. Seine Mitarbeiter glauben an eine lange menschliche Einflussnahme auf die Umwelt und sehen Technik als nützlich für den Naturschutz.
Die Trump-Präsidentschaft erschwert die überparteiliche Arbeit des Instituts, da sie extreme Polarisierung mit sich bringt. Trotzdem entdeckte das Institut in der Regierung Alliierte bei Kernenergie und Geothermie. Die Balance im polarisierten Meinungsklima der USA bleibt eine Herausforderung.