Ein erschreckendes Szenario für Eltern: In einer Basler Primarschulklasse tauchen unerwartet pornografische Bilder auf dem Schulcomputer auf. Diese Situation hätte durch installierte Inhaltsfilter vermieden werden sollen, die jedoch im März deaktiviert waren, weil ein technisches Problem eine Übergangsphase mit einem anderen Internetanbieter erforderte. Eltern und Schulen müssen aktiv den Schutz vor unangemessenen Inhalten sicherstellen. Im Netz sind verstörende Bilder omnipräsent. Pro-Juventute-Sprecherin Lulzana Musliu erklärt: „Kinder stoßen im Internet schnell auf solche Inhalte, ob beabsichtigt oder nicht.“ Jedes fünfte Kind zwischen 12 und 13 Jahren hat bereits Pornografie gesehen. Jugendliche seien neugierig, könnten aber von pornografischen Inhalten verstört werden, besonders wenn sie die Situation noch nicht richtig einordnen können. Musliu empfiehlt vorbeugende Bildung, auch wenn das Thema in manchen Familien tabuisiert ist. Kinder sollten frühzeitig über Sexualität aufgeklärt werden und verstehen, dass Pornografie kein Abbild der Realität darstellt und irreführende Rollenbilder vermitteln kann. Das Entdecken solcher Inhalte bietet eine Möglichkeit zum Gespräch, was als „Lernchance“ betrachtet werden sollte. Pro Juventute rät dazu, sofort Fachleute wie Schulsozialarbeiter oder schulpsychologische Dienste einzubeziehen. Medienkompetenz ist essentiell für den Schutz von Jugendlichen. In der betroffenen Basler Klasse reagierte die Lehrperson korrekt: Sie sprach mit den Kindern, informierte die Eltern und holte die Schulsozialarbeit ein. Sandra Eichenberger vom baselstädtischen Erziehungsdepartement bestätigt, dass der technische Schutz gut aufgestellt ist. Jedoch gibt es keinen vollständigen Schutz, weshalb Begleitung unerlässlich sei. Kinder sollen für Internetgefahren sensibilisiert werden, was durch Prävention und Aufklärung in Schulen unterstützt wird. Besorgte Eltern können sich bei verschiedenen Stellen über den Kinderschutz im Netz informieren. Der Bund bietet eine Webseite mit altersgerechten Tipps an. Organisationen wie Pro Juventute und Provider wie Swisscom bieten ebenfalls Hilfestellungen. Die Basler SP-Grossrätin Sasha Mazzotti kritisiert, dass trotz zusätzlicher Stellen für Medienpädagogik im Kanton die IT-Sicherheit zu technisch betrachtet wird. Es bedürfe mehr auf Prävention und Schulung der Bevölkerung fokussiert. Pro Juventute fordert von der Politik, auch Internetfirmen in die Pflicht zu nehmen, um Jugendschutz zu verbessern. Lulzana Musliu betont: „Verantwortung muss bei den Plattformen eingefordert werden.“ Einige große Plattformen leisten zu wenig im Bereich Jugendschutz. Gesetzlich ist klar geregelt, dass Pornografie für unter 16-Jährige nicht zugänglich sein darf. Hierfür sind Regulierungen der Internetplattformen notwendig.