Die Jungen Grünen und der Verband Civiva haben ein Referendum gegen den Parlamentsbeschluss eingelegt, um verschärfte Regeln beim Übergang in den Zivildienst zu verhindern. Die Allianz umfasst zudem die SP, Grüne, GLP, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Gsoa) und die Kleinbauern-Vereinigung.
Die Befürworter der Zivildienstreform sehen ihre Leistungen als unentbehrlich an. Sie sind in Bereichen wie Pflegeheimen, Krankenhäusern, Schulen, Naturschutz sowie Land- und Alpwirtschaft tätig. Die geplanten Änderungen könnten zu einem erheblichen Rückgang dieser wichtigen Beiträge führen.
Magdalena Erni, Co-Präsidentin der Jungen Grünen Schweiz, kritisierte: «Bundesrat und Parlament lassen uns junge Menschen im Stich und kämpfen ihre ideologischen Kämpfe auf unserem Rücken aus.» Priska Seiler Graf von SP und Civiva bemängelte, dass das bürgerliche Lager Zivildienst als Bedrohung für die Armeebestände ansieht, obwohl es einen Überbestand gebe.
Seiler Graf betonte weiterhin: Ein weniger attraktiver Zivildienst mache die Armee nicht automatisch attraktiver. Beide Institutionen sollten gleichwertig existieren. Clarence Chollet von den Grünen und Civiva erklärte, Sicherheit umfasse mehr als militärische Aspekte; der Schutz der Umwelt, Gesundheit und Gesellschaft sei ebenso wichtig.
Donat Capaul, Bio-Bergbauer aus dem Berner Jura, hob hervor, dass Zivildienstleistende in der Landwirtschaft unter allen Wetterbedingungen arbeiten. Patrick Hässig von der GLP wies darauf hin, dass bereits heute Engpässe in verschiedenen Bereichen bestünden und eine Kürzung des Zivildienstes diese Probleme verschärfen würde.
Hässig warnte: «Dieses Gesetz produziert keine zusätzlichen Soldaten – es schafft weniger Engagement für unser Land.» Zudem würden Lücken entstehen, da Dienste ohne Ersatz wegfallen würden. Rayyân Rehouma von der Gsoa erklärte, dass alternative Optionen zur Armee existieren müssen und bei höheren Hürden mehr junge Männer medizinisch als untauglich deklariert werden könnten.
SRF 4 News, 05.05.2026, 11:00 Uhr; sda/zero; spic