Die Flusspferde, die einst vom kolumbianischen Drogenbaron Pablo Escobar für seinen Privatzoo Anfang der 1980er Jahre importiert wurden, sind inzwischen zu einer Bedrohung am Río Magdalena geworden. Nach dem Tod von Escobar im Jahr 1993 haben sich die Tiere unkontrolliert vermehrt und belästigen nun die Bauern und Dorfbewohner. In der Region leben geschätzt über 200 dieser aus Afrika stammenden Flusspferde, deren aggressive Natur in freier Wildbahn zur Sorge führt.
Die kolumbianische Regierung hat im April beschlossen, sie zum Abschuss freizugeben, da alle Versuche, ihre Population zu kontrollieren, fehlgeschlagen sind. Nun bietet Anant Ambani, der indische Milliardärssohn von Mukesh Ambani, dem reichsten Mann Indiens, die Übernahme von 80 dieser Flusspferde an. Er plant, sie in seinen Privatzoo Vantara zu bringen, einen weitläufigen und luxuriösen Zoo am Rande der Reliance-Raffinerie im westindischen Gujarat.
Vantara, bekannt geworden durch die spektakuläre Hochzeit von Anant Ambani im März 2024, gilt als größte Wildtierrettungsstation der Welt mit über 150.000 Tieren und einer Vielzahl an Gehegen auf mehreren hundert Hektar. Die Einweihung im März 2025 wurde vom indischen Premierminister Narendra Modi besucht. Trotz Vorwürfen, dass geschützte Arten unrechtmäßig eingeführt wurden, bestätigte ein Bericht des Obersten Gerichtshofs Indiens im August 2025 die Einhaltung aller nötigen Genehmigungen.
Dennoch bleibt die Frage offen, ob der Transfer der Flusspferde tatsächlich ihrem Schutz dient oder lediglich eine temporäre Lösung bietet. Kritiker warnen vor den potenziellen negativen Auswirkungen auf Wildtiere, da Vantara eine hohe Nachfrage schafft und möglicherweise Wilderer motiviert. Trotzdem könnte diese Übernahme für Escobars Flusspferde die einzige Rettung vor dem Abschuss sein, während die Bauern am Río Magdalena auf eine Linderung ihrer Probleme hoffen.