Ein jahrelanger Streit um die Verkehrssteuer in Luzern hat ein glückliches Ende gefunden. Der Twizy-Fahrer Jürg Roth, der sich gegen eine ungerechte Besteuerung seines Elektroautos eingesetzt hatte, erhält nun recht: Ab 2027 sinkt die Steuer für Mini-E-Autos deutlich.
Im vergangenen Jahr setzte sich Roth dafür ein, dass sein Renault Twizy nicht höher besteuert wird als größere und leistungsstärkere Elektroautos. Der Grund für diese Ungleichheit lag in einer neuen Berechnungsmethode der Verkehrssteuer seit 2025, die auf Gewicht und Leistung basierte.
Diese Methode hatte unerwünschte Konsequenzen: Fahrzeuge wie der Twizy mussten eine Pauschale von 165 Franken pro Jahr zahlen. Diese Abgabe war höher als die für größere E-Autos, was Roth dazu veranlasste, den Missstand öffentlich anzuprangern.
Die politische Diskussion nahm Fahrt auf, nachdem der GLP-Kantonsrat Mario Cozzio ein Postulat einreichte. Dieses forderte eine gerechtere Besteuerung kleiner und leichter Elektrofahrzeuge. Anfangs war die Regierung gegen eine Änderung; sie argumentierte, dass Kleinmotorfahrzeuge nicht in das bestehende Bonus-System integriert werden könnten.
Im Kantonsrat führte dies zu einer hitzigen Debatte. Mehrere Fraktionen sprachen sich für eine Senkung der Steuer aus und betonten, dass die Verkehrssteuer als Lenkungsabgabe kleine und effiziente Fahrzeuge fördern sollte.
Schließlich entschied sich der Kantonsrat mit 66 zu 44 Stimmen für eine Korrektur. Die Regierung passte daraufhin die Strassenverkehrsverordnung an: Ab sofort werden vollelektrische Kleinmotorfahrzeuge wie der Twizy gleich besteuert wie dreirädrige Motorräder, mit einer jährlichen Steuer von 122 Franken bis 13 Kilowatt und zusätzlich 1.90 Franken pro weiterem Kilowatt.
Zudem profitieren vollelektrische Fahrzeuge von einem Technologieausgleich sowie einer unbefristeten Steuerreduktion, wodurch die Abgabe auf 49 Franken sinkt. Ein gerechtes Ergebnis für Roth und andere Besitzer kleiner Elektroautos.