Drei Jahre nach dem Skandal um die Hundekot-Attacke auf eine Kritikerin hat sich Marco Goecke am Theater Basel neu positioniert. Mit der Ballett-Trilogie «Van Manen / Kylián / Goecke» schloss er seine erste Saison erfolgreich ab. Hans van Manen, ein legendärer niederländischer Choreograf, verstarb Ende letzten Jahres im Alter von 93 Jahren. Sein Stück «The Old Man and Me», das Marco Goecke in den Mittelpunkt seines Basler Ballettabends stellt, ist ein Paradebeispiel für seine Fähigkeit, mit minimalen Gesten zu fesseln. Trotz einer schwerwiegenden Kontroverse in Hannover, bei der Goecke eine Kritikerin attackierte und seinen Posten verlor, hat er am Theater Basel eine zweite Chance erhalten. Er arbeitet dort als Choreograf und künstlerischer Leiter zusammen mit Nadja Kadel und Ludovico Pace. Die Qualität des Tanzes ist unter seiner Leitung gestiegen: Vorstellungen wie «Dark Matter» auf der Kleinen Bühne zeigten elektrisierende Bewegungskunst. Das Theater Basel bestätigt eine steigende Nachfrage nach den Ballettproduktionen, die auch neue Besuchergruppen anziehen. Mit «Van Manen / Kylián / Goecke» führt er drei bedeutende Werke auf: Jiří Kyliáns «Bella Figura», van Manens «The Old Man and Me» und sein eigenes Stück «Le Spectre de la Rose». Diese Auswahl verdeutlicht nicht nur die Vielfalt des Tanzrepertoires, sondern auch Goeckes Verbindung zu seinen Wurzeln. «Bella Figura» zelebriert elegante Körperhaltung in den opulenten Ästhetiken der 1990er. In van Manens Werk wird das Älterwerden humorvoll und ehrlich dargestellt, während Goeckes «Le Spectre de la Rose» eine zeitgenössische Interpretation des Balletts von Fokine bietet. Das Publikum in Basel zeigt sich begeistert und applaudiert nach jedem Stück. Mit so viel künstlerischem Potenzial scheint für das Ballett Basel unter Goeckes Leitung fast alles möglich.