Am Tag der Arbeit fanden am 1. Mai zahlreiche friedliche Kundgebungen statt, darunter eine große Versammlung auf dem Helvetiaplatz in Zürich, an der Fahnen mit kommunistischen Symbolen und Vertretungen von SP, Unia, Syna sowie kurdischen und tamilischen Gruppen teilnahmen. Der Umzug zog durch die Innenstadt zum Sechseläutenplatz. Organisatoren berichteten über 15’000 Teilnehmende.
Trotz des friedlichen Verlaufs der Hauptkundgebung kam es zu vereinzelten Sachbeschädigungen, als sich vermummte Personen von einer linksextremen Gruppierung an der Bahnhofstrasse lösten. Diese versprayten Wände und Schaufenster sowie zündeten Böller und Pyros. Die Polizei setzte einen Wasserwerfer ein, um die Route zu sichern, während Gegenstände in Richtung Polizisten flogen und Anti-Polizei-Parolen skandiert wurden.
In Zürich kam es zur Kontrolle einer Firma im Bezirk Bülach, wo 25 Angestellte ohne Bewilligung an einem gesetzlichen Feiertag arbeiteten. Die verantwortliche Person wird angezeigt, da sie die erforderliche Bewilligung nicht vorweisen konnte.
Nach der offiziellen Kundgebung fand in Zürich eine unbewilligte Nachdemonstration statt. Mehrere hundert vermummte Personen bewegten sich teils versprengt durch die Stadt, skandierten Parolen und zündeten Rauchpetarden. Die Polizei setzte Gummischrot ein, um die Menge zurückzudrängen, und nahm mehrere Personen fest.
In Basel begann der Demonstrationszug vom Messeplatz aus pünktlich um 11 Uhr, wobei die Spitze einen unbewilligten Umweg in Richtung Schifflände machte. Farbe wurde auf das Hotel Trois Rois und andere Gebäude geschüttet. Dennoch verlief der Zug insgesamt friedlich.
Im Kanton Bern fanden ebenfalls 1.-Mai-Demonstrationen statt, unter anderem in Bern, Burgdorf, Thun, Unterseen und Langenthal. Dabei wurden Worte gegen die SVP-Volksinitiative «Keine 10-Mio-Schweiz» geäussert.
Bundesrat Beat Jans warnte vor den negativen Auswirkungen der Initiative auf Arbeitsplätze und Beziehungen zu Europa, während Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider die Gefährdung zentraler Bereiche durch das Begehren thematisierte. Sie betonte die Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte im Gesundheitssystem.
Linke Gruppierungen riefen in Bern zu einem «revolutionären 1. Mai» auf und planen, am frühen Abend auf die Strasse zu gehen.