In einem Interview mit John Bolton, dem ehemaligen Sicherheitsberater von Donald Trump, wurde deutlich, dass er den Konflikt in Iran als eine Gelegenheit für Europa ansieht. Er bezeichnete den Krieg als „Europas Krieg“, da die Bedrohung durch einen nuklear bewaffneten Iran für Europa aufgrund der geografischen Nähe akuter sei als für die USA. Bolton kritisiert Trumps Vorgehensweise scharf, insbesondere dessen mangelnde Vorbereitung und Kommunikation bezüglich eines Regimewechsels in Iran.
Bolton argumentiert, dass das Ziel der US-Regierung ein Regimewechsel sein sollte, wie Trump selbst zu verschiedenen Anlässen betont hat. Doch durch unzureichende Vorbereitung und fehlende Koordination mit Verbündeten habe Trump die Situation verschlimmert. Bolton warnte davor, dass ohne strategische Unterstützung der iranischen Opposition ein Regimewechsel schwierig sei. Er hob hervor, dass innenpolitische Spaltungen innerhalb des Regimes gefördert werden sollten.
Bolton kritisiert die europäischen Partner für ihre ablehnende Haltung gegenüber Trumps Hilferufen und mahnt zur strategischen Überlegung: Europa müsse sich stärker engagieren, da Frieden und Stabilität im Nahen Osten auch europäische Interessen seien. Der Iran sei aufgrund seiner Atom- und Terroraktivitäten die Hauptbedrohung für den Mittleren Osten.
Darüber hinaus äußerte Bolton seine Verwunderung über Trumps Entscheidungen, trotz früherer Ratschläge von ihm, einem Regimewechsel in Iran nachzugehen. Er sieht die amerikanische Basis besorgt wegen des Krieges und anderer wirtschaftlicher Probleme, was sich bei den anstehenden Wahlen niederschlagen könnte.
Bolton betont, dass ein Regimewechsel ohne Bodentruppen möglich sei, wenn man die iranische Opposition effektiv unterstütze. Er sprach von der Schwäche des Regimes trotz seiner scheinbaren Stärke und deutete an, dass das Eliminieren führender Persönlichkeiten bereits eine Krise innerhalb Irans provoziert habe. Nach Boltons Meinung ist ein langwieriger Krieg Trumps Ziel nicht, was die Islamisten als Chance sehen könnten.
Abschließend argumentiert Bolton, dass der Konflikt sinnlos sei, wenn er keinen Regimewechsel zur Folge hat, da das iranische Atomprogramm weiterhin bestehen würde. Er vergleicht dies mit dem kurzen und erfolglosen Krieg von Trump im Vorjahr, bei dem die Iraner ihr Programm lediglich versteckten. Für Boltons Verständnis ist ein dauerhafter Frieden im Nahen Osten nur durch einen Regimewechsel möglich.