Der Vatikan ernannte den 55-jährigen Evelio Menjivar-Ayala, der erstmals als US-Amerikaner das Amt des Bischofs übernimmt, für die Diözese Wheeling-Charleston im tief republikanischen Bundesstaat West Virginia. Der Staat hatte sich bei den Präsidentschaftswahlen klar für Donald Trump entschieden.
Die Ernennung wird als Gegenbewegung zur restriktiven Migrationspolitik der US-Regierung unter Präsident Trump gesehen, die seit seiner Amtseinführung Anfang des letzten Jahres mit harter Hand gegen Einwanderer vorgeht. Viele dieser Menschen kommen aus Mittel- und Südamerika.
Menjivar-Ayala kam als 20-Jähriger illegal über die mexikanisch-US-amerikanische Grenze, versteckt im Kofferraum eines Autos. In seiner Heimat herrschte damals ein blutiger Bürgerkrieg. Zuletzt war er in Washington als Weihbischof tätig.
Der gegenwärtige Papst, der selbst viele Jahre in Peru als Missionar und Bischof verbrachte, kritisierte schon früher die Migrationspolitik scharf. Auch heute setzt er sich weiterhin für eine menschliche Behandlung von Flüchtlingen ein.