Trotz des Kriegs im Iran und seiner Auswirkungen auf den Ölmarkt, bleibt die Börse optimistisch. Angetrieben von der Aussicht auf Gewinne durch künstliche Intelligenz zeigen sich Investoren zuversichtlich.
Der Konflikt im Iran verschärft die Energieknappheit und verteuert sowohl das Autofahren als auch Heizen, während Fluggesellschaften ihre Flugpläne wegen Kerosinmangels reduzieren. Der IWF warnt vor einem Rückgang der Wachstumsraten und steigender Inflation.
Im Gegensatz dazu feiert die Börse weiterhin Erfolge, besonders deutlich an der Nasdaq, wo seit März dreizehn Tage in Folge Gewinne verzeichnet wurden – ein Rekord seit 1992. Diese Woche stellten sowohl S&P 500 als auch der Nasdaq neue Höchstwerte auf; die Technologiebörse legte innerhalb von vier Monaten um 8 Prozent zu und erreichte über zwölf Monate einen Anstieg von 40 Prozent, während sich die Kurse in drei Jahren mehr als verdoppelten.
Die UBS sieht trotz dieser Entwicklungen keine Spekulationsblase. Eine Studie hebt das starke Wachstum der Unternehmensgewinne hervor: Die Aktien des S&P 500 steigerten ihre Gewinne im ersten Quartal um 17 Prozent, den stärksten Anstieg seit vier Jahren.
Allerdings konzentriert sich dieses Wachstum auf wenige Aktien. Ohne die großen Halbleiter- und Energiewerte reduziert sich das Gewinnplus im S&P 500 auf 7 Prozent.
Aktuell setzen Investoren darauf, dass US-iranische Verhandlungen bald Früchte tragen werden und die Energieversorgung sich normalisiert. Zudem glauben sie an hohe Renditen aus Investitionen in künstliche Intelligenz, um Gewinne zu steigern.
Solche Erwartungen stützen rekordhohe Bewertungen: Der S&P 500 weist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 auf, deutlich über dem zehnjährigen Durchschnitt von 20. Die Federal Reserve Bank of Minneapolis unterstützt diese Ansicht mit der Prognose, dass durch Digitalisierung höhere Aktienbewertungen möglich sind.
Die Plattformökonomie ermöglicht es Superstar-Konzernen wie Nvidia oder Apple, dank ihrer Monopolstellung hohe Einnahmen zu erzielen. Sie müssen einen jährlichen Gewinn von über 100 Milliarden Dollar erreichen, um ihre immense Börsenkapitalisierung zu rechtfertigen. Bislang haben auch geopolitische Krisen diese profitablen Maschinen nicht beeinträchtigt.