Die iranische Botschaft in Bern hat einen speziellen Aufruf an Iranerinnen und Iraner weltweit gerichtet, sich im Namen ihres Heimatlandes zu opfern. Dies ist Teil einer globalen Kampagne namens Janfada, was “Ich opfere mein Leben” bedeutet. Auf dem zugehörigen Plakat ist ein Soldat in einem braunen Anzug abgebildet, der eine iranische Flagge hält und mit grüner Schrift über seinem Gesicht den Slogan präsentiert.
Diese Kampagne soll die Bereitschaft des iranischen Volkes unterstreichen, aktiv gegen den “amerikanisch-zionistischen Feind” zu kämpfen und die Islamische Republik Iran zu verteidigen. Laut offiziellen Angaben haben sich bereits 26 Millionen Menschen weltweit registriert, obwohl diese Zahl nicht überprüft werden kann. Auch iranische Botschaften in Ländern wie Deutschland, Grossbritannien und Australien verbreiten diesen Aufruf.
In westlichen Staaten gibt es Besorgnis über die Kampagne. Deutsche Medien sprechen von einer “mysteriösen Rekrutierungskampagne” des islamistischen Regimes. Der britische Premierminister hat den iranischen Botschafter wegen eines aufwieglerischen Beitrags in sozialen Netzwerken einbestellt, der die Kampagne nicht namentlich erwähnt.
Eine regimekritische Person äußert Unsicherheit darüber, ob das Regime Kämpfer für den Konflikt gegen die USA und Israel rekrutieren oder im Ausland lebende Iraner zu Terroranschlägen ermutigen will. Die britische Regierung hat deutlich gemacht, dass solche Äusserungen als Aufruf zur Gewalt betrachtet werden und entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung getroffen würden.
Die Kampagne bleibt in ihrem genauen Zweck unklar. Sie wird von einem Slogan begleitet, der das Opfer für Iran propagiert. Islamwissenschaftler Reinhard Schulze sieht die Logik dieser Propaganda im Kontext des derzeitigen ultranationalistischen Kurses Irans.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat den Aufruf mit dem Botschafter in Bern besprochen und auf das Einhalten von Schweizer Gesetzen hingewiesen. Die iranische Botschaft reagierte nicht auf Anfragen.
Iranische Botschafter in anderen Ländern behaupten, es handle sich um eine rein symbolische Initiative als Antwort auf einen amerikanisch-israelischen Angriff, ohne gewalttätigen Charakter. Diese Behauptung steht im Widerspruch zum Bild des Kämpfers der Kampagne.