Die Tech-Industrie erlebt einen zunehmend erbitterten Wettbewerb um die Vorherrschaft in der Künstlichen Intelligenz (KI). Unter den Kontrahenten befinden sich Elon Musk und Sam Altman, deren Streit nun vor Gericht landet. Früher zusammen an Open AI arbeitend, haben sie sich entfremdet, woraufhin Musk die Firma verließ. In einem aktuellen Prozess behauptet Musk, dass Altman Open AI von einer gemeinnützigen Organisation in ein profitgetriebenes Unternehmen umgewandelt hat, was gegen den ursprünglichen Unternehmenszweck verstößt. Musk fordert Schadenersatz zwischen 134 und 150 Milliarden Dollar sowie die Rückabwicklung der Umstrukturierung und Altman’s Ausscheiden aus dem Chefposten.
Sollte Musk obsiegen, könnte dies Altman schwer treffen, insbesondere da Open AI einen Börsengang vorbereitet. In den kommenden vier Jahren plant Altman Ausgaben von rund 600 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Die Konkurrenz wird intensiver und um Marktanteile verschärft. Musk, der auch die KI-Firma X.AI durch seine Raumfahrtunternehmen SpaceX integriert hat, positioniert sich strategisch im KI-Markt.
Der Prozess verdeutlicht eine Verhärtung in der KI-Branche, die von großen Persönlichkeiten mit starken Egos dominiert wird. Die KI-Konzerne investieren Milliarden in Chips und Rechenzentren, um das beste Modell zu entwickeln. Einige planen Börsengänge: Open AI, SpaceX/X.AI und Anthropic.
Oliver Gassmann, Technologiemanagement-Professor an der Universität St. Gallen, relativiert den Siegergedanken und sieht Parallelen zur Dotcom-Krise, bei der viele Internetunternehmen scheiterten. Er spricht von versunkenen Kosten, die Unternehmen zu riskanten Fortführungen zwingen.
Aktuell liegt Anthropic in den KI-Rankings vorne mit seinen Claude-Modellen, entwickelt als sicherere Alternative zu Chat-GPT durch Dario und Daniela Amodei. Während Altman auf das Endkundengeschäft setzt, fokussiert sich Amodei auf Firmenkunden, die lukrativer sind.
Damian Borth von der Universität St. Gallen hebt Anthropics vielfältige Produkte hervor und merkt an, dass Open AI dies vernachlässigt hat. Bloomberg berichtet, Anthropic könnte in einer neuen Finanzierungsrunde bis zu 50 Milliarden Dollar erhalten.
Mark Zuckerberg von Meta investiert massiv in KI, entwickelt eigene Chips und plant den Abbau eines Zehntels seiner Belegschaft zur Finanzierung. In diesem rauen Marktumfeld wird klar: Nicht alle Firmen werden ihre Investitionen wieder hereinholen können.