Die UBS sieht sich mit strengeren Kapitalregelungen konfrontiert, die ihre Auslandsaktivitäten beeinträchtigen könnten. Finanzministerin Karin Keller-Sutter betonte kürzlich, dass das US-Geschäft für die Bank teurer werden könnte. Ihre Pläne sehen vor, dass systemrelevante Banken ihre ausländischen Beteiligungen vollständig mit hartem Kernkapital (CET1) im Stammhaus absichern müssen. Dies hätte direkte Auswirkungen auf UBS-Chef Sergio Ermotti und VR-Präsident Colm Kelleher, die eine stärkere Präsenz in den USA anstreben.
Der Bundesrat möchte verhindern, dass der Steuerzahler das Risiko für die Expansion der UBS in Amerika übernimmt. Die Schweizer Regierung sieht die USA primär als Risikofaktor, während die UBS-Führung dort Wachstumspotenzial erkennt. Historisch gesehen haben Schweizer Banken mit Engagements in den USA Herausforderungen erlebt, wie etwa im Streit um nachrichtenlose Vermögen oder die Finanzkrise 2008.
Trotz dieser Risiken bleibt Nordamerika ein attraktiver Markt für die UBS. Die USA beherbergen laut einer UBS-Studie 24 Millionen Millionäre. Colm Kelleher, der in den USA aufgewachsen ist, sieht die Bank als führenden Vermögensverwalter für vermögende Privatkunden.
Um ihre Präsenz zu festigen, will sich die UBS von einem spezialisierten Vermögensverwalter zu einer Universalbank entwickeln. Bis Ende 2027 plant sie den Ausbau ihres Angebots auf Zahlungs-, Sparkonten und möglicherweise Kredite in den USA.
Die Expansion der UBS in Amerika geht auf die Übernahme von Paine Webber durch Marcel Ospel im Jahr 2000 zurück. Die Bank beschäftigt heute etwa 25.000 Mitarbeiter in Nordamerika, darunter 5.700 Finanzberater. Diese agieren jedoch weitgehend unabhängig und besitzen oft die Kundenbeziehungen.
Die UBS versucht seit Jahren, den Einfluss dieser Berater zu reduzieren, was zum Teil zu Abgängen geführt hat. Trotzdem setzt sie ihre Bemühungen fort, um im hart umkämpften Markt nachhaltiges Wachstum zu erzielen.
Zukäufe in den USA waren und sind ein Thema für die UBS, obwohl frühere Übernahmeversuche wie bei Wealthfront scheiterten. Präsident Kelleher sieht jedoch weiterhin Potenzial für Zukäufe nach der Integration von Credit Suisse.
Doch die harten Kapitalvorschriften bleiben eine Herausforderung. Trotzdem bleibt das Wachstum in den USA ein strategisches Ziel für die UBS, wie Ermotti betonte, der sich nicht vom politischen Druck aus Bern beeindrucken lässt.