Das Hotel St. Niklausen in Kastanienbaum, bekannt als Luzerns berühmtestes Geisterhotel, wartet seit fast zwei Jahrzehnten auf eine Wiedereröffnung. Der Wind trägt die Töne eines Alphorns über das verlassene Gelände, während der Alphornspieler unter der prallen Sonne am Parkplatz des Hotels zu sehen ist. Im Mai 2026 könnte dieses Jahr der Wendepunkt sein und das Hotel aus seinem Dornröschenschlaf erwecken.
Das Hotel an der Niklausenstrasse 41 in Horw steht seit 2007 leer, umgeben von ungemähten Wiesen und blühenden Blumen. Schilder verbieten Zutritt, während ein verrostetes Boot auffällig auf dem Land liegt. Draufgänger haben das Gelände bereits erkundet. Blickt man ins Innere des Haupthauses, scheint alles unverändert zu sein – Teller und Besteck auf der Anrichte deuten darauf hin, dass die Besitzer überstürzt abgereist sind.
Das Hotelgelände erstreckt sich bis zum Seeufer, wo ehemalige Tanzflächen auf neue Gäste warten. Die alte Anlegestelle St. Niklausen ist vom Staub bedeckt, und dahinter erheben sich die Hügel von Horw vor der Kulisse des Pilatus.
Die Geschichte dieses einst prachtvollen Ortes bleibt rätselhaft. Quellen aus acht Jahrzehnten zeichnen das Bild einer ehrgeizigen Familie, die hier ein Hotel von bestem Ruf schuf, aber an seiner größten Herausforderung scheiterte.
Die Serie “Lost Places” in der Zentralschweiz beschäftigt sich mit verlassenen Orten und deren Geschichten. Das Hotel St. Niklausen hat eine lange Historie: Ursprünglich ein Bauerngut, beherbergte es im 17. Jahrhundert einen patrizischen Landsitz. Im Jahr 1875 erwarb ein Vorfahre der Familie Heer das Wirterecht und machte den Ort zu einem beliebten Ausflugsziel.
Im Jahr 1933 übernahmen Hans und Lydia Heer das sanierungsbedürftige Haus, bauten es aus und begrüßten bereits im Folgejahr 80 englische Touristen. Der Aufstieg begann, doch um die Jahrtausendwende verstarben beide. Das Grundbuch zeigt, dass Markus, der jüngere Sohn, das Erbe antrat.
Markus Heer übernahm das Hotel und die benachbarte Villa Kreuzfluh, lebte dort bis zu seinem Tod 2020, während sein Bruder Hans Junior in einer kleineren Villa gegenüber wohnte. Markus verweigerte Kaufangebote und hinterließ ein Testament, das eine Stiftung als Erbin vorsah.
Hans Heer Junior, der ältere Bruder, versuchte erfolglos, das Testament anzufechten. Im Jahr 2020 kaufte er die Schiffstation vor dem Hotel und restaurierte sie aufwendig – doch Schiffe legen dort bis heute nicht an.
Peter Krummenacher bestätigt, dass eine Stiftung namens “Lydia und Hans Heer-Witschi-Stiftung” das Anwesen im Jahr 2026 übernehmen soll. Diese Stiftung dient der Unterstützung von Menschen in Not sowie dem Tierschutz.
Die Zukunft des Hotels ist noch ungewiss, doch die Gemeinde Horw könnte einer neuen Nutzung zustimmen. Eine Abgabe im Baurecht an eine neue Betreiberin oder sogar eine Zonenänderung könnten in Frage kommen – Hauptsache, das Geisterhotel kehrt zurück zum Leben.