Julian Baumann beleuchtet, warum der Kanton Luzern unter den Schweizer Kantonen die höchste Bevölkerungsverdichtung verzeichnet. Aktuelle Daten zeigen auf, wo dieser Anstieg besonders ausgeprägt ist und wie sich das Wachstum in Zukunft gestalten könnte.
Der Kanton Luzern hat eine signifikante demographische Veränderung erlebt: Im Jahr 1981 zählte er rund 300.000 Einwohner, während es im Jahr 2024 bereits etwa 435.000 sind. Dies entspricht einem Wachstum von 45 Prozent in weniger als fünfzig Jahren. Damit übertrifft Luzern das schweizweite Bevölkerungswachstum von circa 41 Prozent. Fragen bezüglich der Ursachen und zukünftigen Entwicklungen des Wachstums werden von zentralplus umfangreich behandelt.
Der Begriff Wanderungssaldo bezeichnet die Differenz zwischen Zuzügen und Fortzügen innerhalb einer Region. Ein Saldo von 5 pro 1000 Einwohner bedeutet, dass fünf Menschen mehr hinzugekommen sind als weggegangen sind, bei einem Gleichstand ist der Saldo null.
Der Geburtenüberschuss liegt vor, wenn in einer Region mehr Kinder geboren werden als sterben. So ergibt sich ein Überschuss von 10 aus 200 Geburten und 190 Todesfällen.
Laut Statistik Luzern (Lustat) haben sowohl der Wanderungssaldo als auch der Geburtenüberschuss zu diesem Wachstum beigetragen. In den ersten Jahrzehnten trugen beide Faktoren gleichwertig bei, doch in jüngerer Vergangenheit hat die Zuwanderung eine immer größere Rolle übernommen. So lag der Wanderungssaldo in den letzten drei Jahren fünf- bis fast zehnmal höher als der Geburtenüberschuss.
Die Herkunft der Migranten variiert: Während sich die Zahlen von Schweizern, die nach Luzern ziehen und wieder wegziehen, relativ ausgleichen, ist der Wanderungssaldo bei Ausländern deutlich höher. Dieser Beitrag aus dem Ausland führt zu einem steigenden Anteil an Nicht-Schweizer Bürgern im Kanton; 2024 lag dieser bei 21,5 Prozent.
Interessant sind auch die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb der Luzerner Gemeinden: Während einige wie Fischbach und Flühli schrumpfen, verzeichnen andere wie Wauwil und Aesch ein Bevölkerungswachstum um fast 40 Prozent in zehn Jahren.
Die beliebtesten Ziele für Zuzügler sind die Gemeinden am Ostufer des Sempachersees, wo der Wanderungssaldo besonders hoch ist. In Gegensatz dazu stehen Orte wie Fischbach, wo mehr Menschen wegziehen als hinzu kommen.
Laut einer Analyse von Lustat und den Berechnungen des Bundesamts für Statistik (BFS) wird das Bevölkerungswachstum im Kanton Luzern auch in Zukunft anhalten. Drei Szenarien prognostizieren bis 2055 zwischen 507’000 und 656’000 Einwohnern, wobei die Zuwanderung weiterhin der Haupttreiber sein wird.
Quellen: Statistiken und Daten von Luzern Statistik (Lustat), Artikel Lustat Luzerner Wohnbevölkerung 2024, Artikel Lustat Bevölkerungsszenarien 2025–2055.