Israels Streitkräfte sind durch die Nutzung von Glasfaser-Drohnen der libanesischen Schiitenmiliz Hizbullah zunehmend gefordert. Diese Drohnen, bereits im Ukraine-Krieg eingesetzt, bereiten den israelischen Truppen erhebliche Probleme und stellen eine große Herausforderung für die sogenannte Sicherheitszone in Südlibanon dar. Ein Vorfall zeigt das Ausmaß dieser Bedrohung: Ein israelischer Militärhelikopter landete nahe Qantara, um einen Verwundeten zu bergen, als plötzlich eine Drohne wenige Meter entfernt explodierte. Die Soldaten konnten sich nur durch rasches Reagieren in Sicherheit bringen und blieben unverletzt. An diesem Tag traf es jedoch Liem Ben Hamo, der von einer solchen Drohne getötet wurde, während zwölf weitere Soldaten bei einem weiteren Angriff verletzt wurden. Hizbullah setzt vermehrt auf First-Person-View-Drohnen (FPV), die präzise und schwer zu orten sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Drohnen, die über Funk gesteuert werden und von Israels Abwehrsysteme bekämpft werden können, nutzen FPV-Drohnen ein Glasfaserkabel zur Steuerung – was sie gegen Störsender immun macht. Die israelischen Soldaten erkennen diese Drohnen oft erst kurz vor dem Einschlag. Die Kritik an der israelischen Regierung und Armee wächst, da die Truppen trotz langer Verwendung dieser Technologie im Ukraine-Krieg unzureichend darauf vorbereitet waren. Experten wie Sascha Bruchmann vom IISS vermuten, dass Hizbullah Drohnen mit einer Reichweite von 15 bis 20 Kilometern einsetzt, was bedeutet, dass die Piloten außerhalb der zehn Kilometer, die Israel in Libanon besetzt hält, operieren können. Die Besetzung dieser Sicherheitszone führte zu einem Dilemma: Während Israel so Hizbullah-Raketen ausweichen konnte, rücken seine Soldaten nun in den Gefahrenbereich der FPV-Drohnen vor. Bruchmann betont zudem die Fähigkeit von Hizbullah, wichtige Komponenten dieser Drohnen lokal zu produzieren, obwohl einige Teile nach wie vor importiert werden müssen. Hizbullah setzt auf eine Strategie des langanhaltenden Kleinkrieges und versucht durch FPV-Drohnen Israel Verluste zuzufügen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat angekündigt, den drohnengestützten Angriffen begegnen zu wollen, was jedoch Zeit in Anspruch nehmen wird. Der Konflikt scheint sich weiterhin auf die Drohnenstrategie des Hizbullah und die Reaktion Israels zu konzentrieren.