Heute ist der Einstieg in den Handel mit Bitcoin und Co. ein Kinderspiel. Wer jedoch seine digitalen Vermögenswerte selbst verwaltet, entdeckt die finanzielle Unabhängigkeit, die Satoshi Nakamoto, dem Erfinder von Bitcoin, vorschwebte.
In der Vergangenheit war es etwas gewagt, in Kryptowährungen zu investieren, da das Risiko eines endgültigen Verlustes bestand, sei es durch falsche Adressen, verlorene Zugangsdaten oder gehackte Börsen. Heute ermöglichen börsengehandelte Produkte ein unkompliziertes Investment in Bitcoin, Ether und viele weitere Kryptowährungen. Eine Übersicht bietet der “ETP Explorer” auf der Website der Schweizer Börse Six Group.
Einige Banken und Online-Broker bieten ihren Kunden den Kauf von Kryptowährungen im E-Banking an. Es gibt sogar Anbieter, die es erlauben, dem Vorsorgekapital einen Anteil in Kryptowährungen beizumischen. Die Herausforderung besteht nun darin, aus Tausenden Tokens herauszufinden, welche eine lohnenswerte Investition sind.
Datenplattformen wie CoinGecko oder CoinMarketCap listen alle digitalen Vermögenswerte nach Marktkapitalisierung auf. Token, die nicht unter den Top 100 gelistet sind, sind oft wertlos oder extrem risikobehaftet. Zudem gibt es bei zumindest zehn Prozent der verbleibenden hundert Tokens Stablecoins, die den US-Dollar oder Euro abbilden und für Investitionen ungeeignet sind, da sie kein Wertsteigerungspotenzial bieten.
Auch sogenannte Meme-Coins wie Dogecoin oder Shiba Inu, die oft stark im Preis schwanken, sollten als reine Spassprojekte betrachtet werden. Sie bergen das Risiko eines Totalverlusts aufgrund fehlenden inneren Werts. Es bleibt die Frage: Welche Blockchains sind tatsächlich aktiv genutzt und verfügen über eine starke Entwicklergemeinschaft sowie solide Tokenomics? Die Transaktionsgebühren zeigen, dass viele Kryptoprojekte bereits erhebliche Einnahmen generieren. Allerdings schreiben einige Blockchains Verluste, da sie laufende Kosten durch die Ausgabe neuer Tokens decken.
Investoren sollten sich auf digitale Vermögenswerte konzentrieren, bei denen keine starke Token-Verwässerung droht. Bitcoin ist hier ein Beispiel, da 20 von 21 Millionen Token bereits im Umlauf sind. Profitable Projekte kaufen sogar Tokens zurück und vernichten diese, was die Kurse stützt.
Die Corporate-Governance-Strukturen bei Blockchains können komplex sein, manchmal existieren mehrere Organisationen hinter einer Blockchain. Einige Token verleihen ihren Inhabern kaum bis gar keine Eigentumsrechte.
Unter Berücksichtigung der Tokenomics bleiben nur wenige Tokens für Investoren geeignet, wie Bitcoin, Ether oder Solana sowie Finanzdienstleister wie Aave und Uniswap. Für Anfänger sind besonders Bitcoin, Ether und Solana empfehlenswert, wobei bei letzteren auch Staking-Angebote möglich sind.
Es ist ratsam, in einen Korb von Kryptowährungen zu investieren, um das Risiko zu verteilen. Dabei sollte der Bitcoin-Anteil erhöht werden, um Kursschwankungen zu minimieren. Anbieter bieten diversifizierte ETP an, und es gilt, auf die Gebühren zu achten.
Für viele Anleger ist ein Vorteil, dass sie Kryptowährungen über Banken oder Börsen erwerben können, ohne sich mit technischen Details auseinandersetzen zu müssen. Satoshi Nakamoto hatte jedoch einen ganz anderen Ansatz im Sinn: eine Währung ohne staatliche Einmischung.
Wer die Blockchain-Technologie verstehen und nutzen möchte, sollte seine digitalen Vermögenswerte selbst verwalten. Dazu ist ein Wallet notwendig; es gibt viele sichere Optionen. Bei größeren Beträgen empfiehlt sich eine Hardware-Wallet, die offline ist.
Wichtig ist die sorgsame Aufbewahrung der Recovery Phrase, die das Wiederherstellen des Kontos ermöglicht. Verliert man sie, verlieren sich auch Zugang und Vermögenswerte. Im Gegensatz zur traditionellen Finanzwelt gibt es in der Kryptowelt kaum Regulierungen oder Schranken.
Wer sein Risiko bewusst steuern möchte, sollte dennoch vorsichtig agieren und gegebenenfalls technische Hilfsmittel wie KI-Chatbots einsetzen.