Trotz Unsicherheiten am Golf bleibt Lufthansa optimistisch. Der Konzernchef Carsten Spohr betont: «Wir erreichen, was wir uns vornehmen und liefern, was wir versprechen». Trotz der Krise im Mittleren Osten zeigt sich das Unternehmen widerstandsfähig. Die ersten Quartalszahlen unterstützen diese Zuversicht: Der Umsatz stieg um 8 % auf 8,7 Milliarden Euro, obwohl das Ergebnis vor Steuern mit einem Minus von 612 Millionen Euro insgesamt negativ war, was aber eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Die Prognose für das Gesamtjahr bleibt positiv, trotz eines Risikoprofils, das sich zu den Gefahren hin verschoben hat.
Ein zentraler Faktor ist der Kerosinpreis, der durch die Blockade der Strasse von Hormuz drastisch anstieg. Der Luftverkehrsweltverband IATA warnte vor einem potenziellen Mangel im Sommer. Aufgrund dieser Lage haben viele Airlines Flüge gestrichen; Cirium berichtet über 13.000 abgesagte Flüge weltweit für Mai.
Lufthansa hat sich auf das Doppelte der Treibstoffpreise durch Absicherung von 80 % ihres Bedarfs vorbereitet und bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge gestrichen, was eine Kerosin-Ersparnis von rund 40.000 Tonnen bedeutet. Trotzdem erwartet sie eine Belastung des Jahresergebnisses durch höhere Spritpreise in Höhe von 1,7 Milliarden Euro.
Warnstreiks verursachten dem Unternehmen zudem Kosten von bis zu 150 Millionen Euro im April. Diese Konflikte führten zur vorzeitigen Einstellung der defizitären Tochter Cityline.
Spohr rechnet jedoch mit höheren Erlösen durch gestiegene Nachfrage auf Asien- und Afrika-Strecken, da Lufthansa nicht so stark vom Golf betroffen ist wie Konkurrenten. Das Unternehmen setzt darauf, dass eine höhere Auslastung und Preise die Treibstoffkosten ausgleichen können. Im März stiegen die durchschnittlichen Erlöse um 5 %. Verbesserte Angebote in der Kabine sollen den Premiumanspruch untermauern.