Im Zuge eines ambitionierten Vorhabens bietet die Videoladen-Kette Gamestop 55,5 Milliarden Dollar für den Online-Marktplatz eBay. Damit will Ryan Cohen, der CEO von Gamestop, dem Unternehmen zu einem neuen Status verhelfen und ihm ermöglichen, sich mit Amazon anzulegen. Mit einer Kapitalisierung von 12 Milliarden gegenüber den 46 Milliarden von eBay, ist Gamestops Angebot eine überraschende Offerte, die ein Aufpreis von 46 Prozent pro Aktie beinhaltet.
Cohen hat Gamestop veranlasst, sich mit einer Mischung aus eigenen Aktien und Barmitteln in Höhe von 20 Milliarden Dollar durch die TD Bank zu finanzieren. Laut dem Wall Street Journal könnten auch Staatsfonds des Nahen Ostens an der Finanzierung beteiligt werden. Cohen plant, den Kauf direkt den eBay-Aktionären anzubieten, sollte das Management ablehnen.
Cohen sieht in einer Kombination von Gamestop-Filialen mit eBay großes Spar- und Gewinnpotenzial. Er strebt an, die Plattform zu einem wertvollen Konkurrenten für Amazon auszubauen. Als erfahrener Aktivist-Investor ist Cohen bekannt geworden während des Meme-Stock-Booms 2021, als er Gamestop stark kritisierte und aktiv in das Unternehmen involviert wurde.
Gamestops Strategie unter Cohens Führung hat sich auf den Verkauf von Sammelartikeln verlagert. Mit einem Liquiditätspolster von 9 Milliarden Dollar aus der jüngsten Emission neuer Aktien steht Gamestop finanziell stark da. Die Transaktion könnte jedoch auch dazu dienen, Cohens Vergütung zu maximieren, die bis zu 35 Milliarden Dollar erreichen könnte, falls der Marktwert auf 100 Milliarden steigt.
Trotz des Risikos und der Unsicherheit zeigt Gamestop unter Cohen weiterhin einen starken Appetit für ambitionierte Geschäftsstrategien. Ob diese Transaktion erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.