Der CNN-Gründer Ted Turner, der mit seinem innovativen Ansatz das Nachrichtenformat für immer veränderte, ist mit 87 Jahren gestorben. Bekannt als «The Mouth of the South», zeichnete sich Turner durch seine unverblümten und markanten Äußerungen aus. Nach einer langen Krankheit verstarb er im Kreise seiner Familie.
Die Nachricht seines Todes löste zahlreiche Tributes aus. Donald Trump bezeichnete ihn auf Truth Social als «einen der Größten aller Zeiten», während Rupert Murdoch, Gründer von Fox News, ebenfalls Gedenkworte fand. Turner, geboren 1938 in Cincinnati, gründete 1980 CNN und revolutionierte damit das Nachrichtenfernsehen mit einem kontinuierlichen Live-News-Zyklus.
CNN überwand anfängliche Defizite und Spott als «Chicken Noodle News», indem es bahnbrechende Ereignisse wie die Explosion der Raumfähre «Challenger» oder den Fall der Berliner Mauer live ausstrahlte. Turners Erfindungsgabe erstreckte sich auch auf Formate wie «Larry King Live» und «Crossfire».
Turner war ein visionärer Medienunternehmer, dessen Turner Broadcasting System (TBS) durch Satellitenübertragungen die Reichweite revolutionierte und traditionelle Netzwerke herausforderte. Er erwarb MGM und gründete erfolgreich das Cartoon Network sowie Turner Classic Movies. Trotz eines Verlusts von Vermögen nach der Fusion mit AOL, blieben viele seiner Medienunternehmen bestehen.
Neben seinen Geschäften war Turner auch in Sport involviert: Nach dem Kauf des Baseball-Teams «Atlanta Braves» gewann er 1995 die «World Series». Seine Abenteuerlust zeigte sich in seinem Sieg bei den America’s Cup 1977 und einem berühmten Faustkampf-Herausforderung an Rupert Murdoch.
Turner, oft für sein exzentrisches und skandalträchtiges Verhalten bekannt, war dreimal verheiratet – zuletzt mit Jane Fonda. Obwohl er eine Präsidentschaftskandidatur erwog und Bekanntschaften zu Persönlichkeiten wie Castro oder Putin pflegte, engagierte er sich auch philanthropisch: Er spendete 1997 der UN eine Milliarde Dollar.
Als Umweltschützer verwaltete er umfangreiche Naturschutzgebiete. Mit seiner Devise «Nie langweilig» hinterlässt Turner ein reiches und vielfältiges Vermächtnis, das auch in der Literatur seinen Niederschlag fand: Seine Biografie trägt den Titel «Citizen Turner», eine Anspielung auf Orson Welles’ «Citizen Kane». Anders als die Figur aus dem Film starb Turner nicht verbittert, sondern umgeben von öffentlicher Anteilnahme.