Valeria Wieser berichtet: Der April zeichnete sich durch ungewöhnlich geringen Niederschlag aus, mit nur 15 Millimetern im Vergleich zum Durchschnitt von 88 Millimetern. Diese Trockenheit setzt sich bis auf wenige Ausnahmen fort und verlängert sich in den Mai hinein. Obwohl Zuger Landwirte derzeit keine Alarmstufe ausgerufen haben, wünschen sie sich dringend Regen.
Besonders betroffen von dieser Witterung sind Obst-, Beeren- und Getreidekulturen, die bereits im Wachstum stecken. Die Situation ist für Maisbauern wie Martin Meierhans vom Seehof in Buonas vorteilhaft, da der Mais als Trockenkeimer aus Zentralamerika weniger auf Regen angewiesen ist. Wichtiger seien regelmäßige Niederschläge im Juli und August.
Graswuchs würde von mehr Regen profitieren, betont Meierhans weiterhin. Er sieht keine Anlass zur Klage, da genügend Feuchtigkeit in den vorherigen Monaten gefallen sei. Problematisch wird es für Wälder: Unter Stressbedingungen könnten Fichten vom Borkenkäfer stärker befallen werden.
Laut Meierhans sind sandige Böden besonders anfällig, während er sich dank felsigen Untergrunds im Ackerland keine Sorgen machen muss. Jonas Boog aus der Hünenberger Reussebene, die kiesige und sandige Böden aufweist, berichtet von keinerlei größeren Problemen bislang, da seine Jungpflanzen nach dem Pflanzen bewässert werden müssen.
Boog betont, dass trotz der aktuellen Trockenheit viele ihrer Kulturen, wie Erdbeeren, trockene Bedingungen bevorzugen. Dennoch wünschen sie sich baldigen Regen, um Ertragseinbußen vorzubeugen.
Thomas Wiederkehr vom Zuger Landwirtschaftsamt äußert die Notwendigkeit für den kommenden Regen. Eine anhaltende Trockenheit kombiniert mit der Bise könnte die Situation verschärfen, da sie die Kulturen stärker austrocknet als die Sonne.
Wiederkehr verweist auf die Hitzesommer 2003 und 2018 als extreme Beispiele für langanhaltende Trockenperioden. Trotz der momentan niedrigen Niederschläge bleibt der Grundwasserspiegel stabil, was eine direkte Gefährdung durch den aktuellen April ausschließt.
Quellen: Telefonische Gespräche mit Wiederkehr, Boog und Meierhans; Klima-Monitor von Meteo Schweiz; SRF-Artikel über die Trockenheit in der Schweiz.