Der Unternehmer Pascal Jaussi, Gründer von Swiss Space Systems, muss sich wegen Betrugs, ungetreuer Geschäftsführung, Brandstiftung und Irreführung der Justiz vor dem Wirtschaftsstrafgericht des Saanebezirks verantworten. Die Anklage der Freiburger Staatsanwaltschaft beruft sich auf einen Schuldenberg von 31,6 Millionen Franken, hinterlassen nach dem Konkurs der Firma Ende 2016.
Jaussi galt einst als «Schweizer Elon Musk». Swiss Space Systems versprach 2013, Satellitenstarts und Zero-Gravity-Flüge für private Kunden aus Payerne VD anzubieten. Trotz verkaufter Tickets fanden keine Flüge statt, was zur Insolvenz der Firma im Jahr 2016 führte.
Im August 2016 wurde Jaussi mit schweren Verbrennungen neben einem brennenden Auto in Cugy aufgefunden. Er behauptete einen Angriff erlebt zu haben, bei dem er angezündet worden sei. Die Staatsanwaltschaft jedoch wirft ihm vor, den Überfall inszeniert zu haben, um das Konkursverfahren zu verzögern.
Jaussi bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer einseitigen Beweisführung gegen ihn. In einem Interview mit «Le Temps» betonte er seinen Willen zur vollständigen Verteidigung seiner Unschuld vor Gericht, während seine Anwältin auf einen Freispruch plädiert.
In der 46-seitigen Anklageschrift beschreibt die Staatsanwaltschaft, wie Jaussi sowohl Geschäftspartner als auch Behörden getäuscht haben soll. Die Firma sei von Beginn an unterkapitalisiert gewesen – ein Umstand, den er kannte und durch Lügen sowie gefälschte Dokumente verschleierte.
Heute Morgen erschien Jaussi vor dem Wirtschaftsstrafgericht des Saanebezirks. Seine Verteidigerin forderte den Rücktritt des zuständigen Generalstaatsanwalts wegen vermuteter Voreingenommenheit, was das Gericht nun prüfen muss. Der Angeklagte droht eine Freiheitsstrafe von über drei Jahren; der Prozess ist bis Ende Juni angesetzt und könnte anschließend auf höhere Instanzen weitergezogen werden. Pascal Jaussi wird als unschuldig angesehen, bis ein Urteil gesprochen wird.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 5.5.2026, 6:32 Uhr