In einem überraschenden Strategiewechsel wird die US-Regierung ab sofort KI-Firmen dazu verpflichten, ihre Modelle im Vorfeld einer öffentlichen Freigabe zu testen. Dieser Schritt erfolgt in Reaktion auf Bedenken hinsichtlich möglicher landesweiter Cyber-Angriffe. Washington hat sich von seiner bisherigen Laissez-faire-Haltung gegenüber der KI-Industrie verabschiedet und wird jetzt neue, potente Modelle vor deren Veröffentlichung prüfen.
Das Handelsministerium gab am Dienstag bekannt, dass Abkommen mit Google, Microsoft und xAI getroffen wurden, um die neuesten Entwicklungen in der KI-Technologie zu evaluieren. Diese Vereinbarungen ergänzen bereits bestehende Übereinkommen mit Open AI und Anthropic, bei denen die Firmen ihre Modelle für Tests freiwillig zur Verfügung stellen.
“Unabhängige und strenge wissenschaftliche Evaluierung ist entscheidend, um die Fortschritte in der KI-Branche und deren Auswirkungen auf die nationale Sicherheit zu verstehen,” erklärte Chris Fall von CAISI. Die Entscheidung reflektiert den rasanten Entwicklungsfortschritt bei KI-Modellen, insbesondere das neue Modell Claude Mythos der Firma Anthropic.
Anthropic hat das leistungsstarke Model bisher nur ausgewählten Technologieunternehmen zur Verfügung gestellt, um Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben. Auch die National Security Agency setzt es ein, um die Sicherheit von Regierungssystemen zu prüfen.
Früher verfolgte das Weiße Haus eine sehr liberale Politik gegenüber der KI-Industrie. Präsident Trump hatte damals betont: “Diese Industrie wird weltweit führend sein; wir dürfen sie nicht mit sinnlosen Regeln behindern.” Diese Haltung führte zur Aufhebung von Sicherheitsauflagen, die zuvor für neue Modelle bestanden.
Die aktuelle Änderung in der KI-Politik könnte auch durch eine Personalrochade beeinflusst worden sein: David Sacks verlässt seine Position als “KI-Zar”, während Susie Wiles und Scott Bessent nun die Führung im Bereich KI übernehmen. Diese beiden sollen mehr Kontrolle in der Regulierung anstreben, um einem potenziellen massiven Cyber-Angriff entgegenzuwirken.
Das Weiße Haus erwägt weitere Maßnahmen zur Überprüfung neuer Modelle vor ihrer Veröffentlichung und plant möglicherweise eine Exekutivverordnung für mehr Aufsicht. Vertreter der führenden KI-Firmen wurden bereits über diese Pläne informiert.
Bislang setzt man auf Freiwilligkeit: CAISI, unter dem Handelsministerium, soll die Modelle prüfen und deren Fähigkeiten sowie die Cybersicherheit evaluieren. Die Erkenntnisse werden mit anderen Sicherheitsbehörden geteilt.
Es bleibt abzuwarten, wie die KI-Unternehmen auf diese neuen Richtlinien reagieren: Werden sie ihre innovativsten Modelle zurückhalten oder weiterhin veröffentlichen? Die Wirksamkeit der neuen Maßnahmen wird in den kommenden Monaten sichtbar werden.