Die Schweizer Medienindustrie präsentiert am Donnerstag einen gemeinsamen Kodex, der Regeln für den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) festlegt und Transparenz schaffen soll. Pia Guggenbühl, Direktorin des Verlegerverbandes Schweizer Medien, betont, dass trotz der Chancen durch KI das Vertrauen als höchstes Gut der Medien erhalten bleiben muss.
Der Kodex wird von verschiedenen Verbänden und Unternehmen unterstützt, darunter der Verlegerverband Schweizer Medien, Médias Suisses, Media Svizzeri, SRG SSR, Keystone SDA, der Verband Schweizer Privatradios VSP, der Verband Schweizer Privatfernsehen VSPF sowie Telesuisse. Das MAZ Institut für Journalismus und Kommunikation begrüsst das Vorhaben.
Medienunternehmen verantworten weiterhin alle redaktionellen Inhalte, unabhängig davon, ob sie von Menschen oder KI erstellt wurden. Der Kodex fordert Transparenz bei der Nutzung von KI und die Kennzeichnung von vollständig von KI generierten Inhalten.
Mitarbeitende werden in der Anwendung von KI sorgfältig geschult. Bei Verstößen gegen den Kodex sollen künftig Meldungen an hauseigene Stellen möglich sein. Eine unabhängige Ombudsstelle wird für schwerwiegendere Fälle zuständig, allerdings ohne Sanktionsgewalt.
Guggenbühl erklärt, dass der Kodex Selbstregulierung betreffe und Verstöße öffentlich gemacht werden könnten. Der KI-Kodex orientiert sich an der Europäischen KI-Konvention, die auch vom Bundesrat ratifiziert werden soll.
SRG-Generaldirektorin Susanne Wille unterstreicht: “Vertrauen in die Schweizer Medien ist entscheidend, und der Kodex gewährleistet Transparenz beim Einsatz von KI.” Hanspeter Kellermüller, CEO von Keystone SDA, hebt vier Grundsätze hervor: Anwenderkenntnisse, demokratischer Schutz, Datenschutz und Transparenz.
Der Verlegerverband sieht sich als Vorreiter. Der Kodex ist ein dynamisches Dokument und wird sich an die rasante Entwicklung der KI anpassen. Guggenbühl betont, dass die Medienbranche sich schnell ändernden Rahmenbedingungen stellen muss.