Im Sommer 2025 meldeten sich Eltern bei der Leitung einer städtischen Kindertagesstätte in Bern, weil ein Betreuer ihr Kind unangemessen berührt haben soll. Es fand eine Besprechung zwischen Kita-Leiterin, Mutter und dem Betreuer statt, doch es gab keine weiteren Konsequenzen, da die Direktion des Unternehmens nicht eingeschaltet wurde.
Erst als im Februar 2026 ein ähnlicher Verdacht gegen denselben Betreuer aufkam, reagierte das Unternehmen und entliess den Beschuldigten. Um zu klären, warum es erst zu dieser zweiten Meldung kam, dass etwas getan wurde, beauftragte das Unternehmen eine externe Firma mit einer Untersuchung, wie in einem Informationsschreiben an die Eltern bekannt gegeben wurde, welches SRF vorliegt.
Die Analyse beschreibt die pädagogische Arbeit als überdurchschnittlich gut, weist jedoch auf organisatorischen Verbesserungsbedarf hin. Die Verantwortung sei zu stark auf die Kita-Leiterin konzentriert, und es fehle an klaren Regelungen zum Umgang mit Verdachtsfällen.
Die Empfehlungen umfassen daher unter anderem folgende Maßnahmen: In Zusammenarbeit mit Kinderschutz Schweiz wird ein umfassendes Schutzkonzept sowie ein Meldeprozess entwickelt. Bis auf Weiteres werden alle Meldung von Verdachtsfällen an die Unternehmensleitung weitergeleitet.
Darüber hinaus führt die Kita ein neues Verwaltungssystem ein und plant, zukünftig alle Dokumente zu digitalisieren. Zudem wird ein Schulungsprogramm entwickelt, um die Führungsstruktur zu verbessern und die Verantwortung für rund 40 Mitarbeiter besser auf mehrere Schultern zu verteilen. Die damals verantwortliche Kita-Leiterin hat sich vorzeitig in den Ruhestand begeben; interimistisch leitet eine andere Person die Einrichtung.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6.5.2026, 6:32 Uhr