Russell Crowe, der Oscar-Preisträger für seine Darstellung des römischen Feldherrn Maximus in «Gladiator», zeigt sich erneut als faszinierende Schauspielkraft. Dieses Mal nimmt er die Rolle von Hermann Göring im Film «Nuremberg» an, der am diesjährigen Zurich Film Festival (ZFF) präsentiert wird. Der 61-jährige Australier, bekannt für seine vielseitigen und charismatischen Rollen, wurde mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.
Trotz einer Verzögerung von 45 Minuten aufgrund eines Fan-Treffens vor dem Kino Corso, betrat Crowe den Saal voller Selbstvertrauen. Er verneinte Interviews am ZFF, sprach jedoch in der öffentlichen Diskussionsrunde Masters mit Leidenschaft und Energie über seine Karriere.
Viele Aspekte von Crowes Laufbahn sind geprägt durch seine Darstellungen charismatischer, aber oft exzentrischer Persönlichkeiten. Seine Karriere begann 1992 mit «Romper Stomper», und er arbeitete sich durch Hollywood hoch, unterstützt von Stars wie Sharon Stone. In Rollen als schizophrener Mathematiker in «A Beautiful Mind» oder ein harter Polizist in «L.A. Confidential» zeigte Crowe seine Bandbreite.
Crowes Karriere wurde nicht immer einfach: 2005 führte eine Auseinandersetzung zu einer Festnahme wegen Körperverletzung, doch er konnte sich davon distanzieren und blieb ein gefragter Schauspieler. Seine neueste Rolle in «Nuremberg» zeigt ihn als Göring mit einem starken deutschen Akzent, während er von Psychiater Douglas Kelley (Rami Malek) befragt wird.
Der Film, der am 7. Mai in Schweizer Kinos startet, untersucht die psychologischen Aspekte der Nazi-Führer. Crowe kommentierte humorvoll seine Rolle im Projekt: «Ich war der Beste, den sie sich leisten konnten». Trotz seiner Selbstsicherheit gibt er zu, kein Geschichtsexperte zu sein.
Obwohl «Nuremberg» in das Genre der Hollywood-Nazi-Filme passt und eine aktuelle Botschaft vermittelt, bleibt seine Wirkung durch einige naiv wirkende Dialoge getrübt. Dennoch wird Crowes Darstellung als unvergesslich bleiben.