Novo Nordisk, das einst als Börsenstar und wertvollstes europäisches Unternehmen galt, erlebte einen dramatischen Aktienkursverfall. Trotz eines schwierigen Jahres mit einem Wertverlust von 70 Prozent an der Börse und dem Abgang von 9000 Mitarbeitenden, deutet sich eine Trendwende an. Nach Vorstellung der Quartalsresultate hob das Unternehmen seine Prognose leicht an, was zu einem Kursanstieg um 7 Prozent führte.
Mike Doustdar, CEO von Novo Nordisk, zeigte sich optimistisch und nannte die Semaglutid-Tablette Wegovy als Grund. Nach ihrer Markteinführung im Januar in den USA wurden über zwei Millionen Rezepte ausgestellt. Da 40 Prozent der US-Bevölkerung übergewichtig sind, spielt der amerikanische Markt eine entscheidende Rolle für Novo Nordisk.
Doustdar betont die Effektivität und Verträglichkeit von Wegovy, das nicht injiziert werden muss. 80 Prozent der Nutzer hatten zuvor keine Abnehmmedikamente verwendet. Während Eli Lilly ebenfalls eine ähnliche Pille lancierte, behauptet Doustdar einen Marktanteil von 65 Prozent für Novo Nordisk in den USA.
Trotz des Rekordumsatzes von fast 97 Milliarden dänischen Kronen erwartet Doustdar ein Umsatzrückgang von vier bis zwölf Prozent, allerdings weniger pessimistisch als im letzten Quartalsbericht. Der Anstieg wurde durch die Auflösung einer Rückstellung beeinflusst. Wegovy trägt mit weniger als fünf Prozent zum Gesamtumsatz bei und der hohe Preisverfall kann durch den Verkauf nicht ausgeglichen werden.
Novo Nordisk plant, die Tabletten in der zweiten Jahreshälfte auf weitere Märkte zu bringen, ohne jedoch konkrete Länder zu nennen.