Am Timmendorfer Strand befindet sich ein zehn Meter langer Buckelwal in akuter Gefahr, nachdem er vor der Küste auf einer Sandbank gestrandet ist. Die genauen Gründe für seine Anwesenheit im Flachwasserbereich sind unklar; mögliche Ursachen könnten Krankheit, Erschöpfung oder eine falsche Richtungsänderung sein. Derzeit schafft das Tier es nicht, sich selbstständig wieder ins tiefe Wasser zu begeben und droht zu verenden.
Laut einer Sprecherin des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (Itaw) zeigt der Wal Anzeichen von Krankheit. Er könnte sich absichtlich an die Stelle gebracht haben, um dort Ruhe zu finden. Obwohl er im 1,5 Meter tiefen Wasser noch atmet und Geräusche von sich gibt, gelingt es ihm nicht, in tiefere Gewässer der Lübecker Bucht vorzudringen.
Berichte des ‚Lübecker Nachrichten‘-Live-Tickers erwähnen ein wiederkehrendes «tiefes Brummen» vom Wal, das auf Stress und Unwohlsein hindeutet. Hunderte Menschen versammelten sich am Strand und den Küstendämmen, um den gestrandeten Wal zu beobachten. Die Polizei musste Zäune errichten und den Niendorfer Hafen abriegeln, um die Schaulustigen von dem Tier fernzuhalten.
Trotz intensiver Bemühungen mit Booten und zahlreichen Einsatzkräften gelang es nicht, das 30 Tonnen schwere Tier in tiefere Gewässer zu befördern. Auch der Anstieg des Meeresspiegels durch Hochwasser reichte nicht aus, um dem Wal zu helfen.
Buckelwale sind weltweit in allen Ozeanen heimisch und wandern saisonal zwischen kälteren Meeren im Sommer und tropischen Gebieten im Winter. Joseph Schnitzler vom Itaw bemerkte, dass die Häufigkeit von Strandungen zugenommen hat, was mit dem Wachstum der Buckelwalpopulation zusammenhängt.
In jüngerer Zeit wurden in der Ostsee auch andere Walarten beobachtet. Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum erwähnte, dass Unterwasserlärm die Orientierung junger Wale stören könnte.
Der weitere Verbleib des gestrandeten Wals bleibt ungewiss. Ein geplanter Einsatz eines Saugbaggers wurde vorzeitig abgebrochen. Stattdessen soll ein größerer Bagger geliefert werden, um einen Kanal zu graben. Diese Aktion ist für Donnerstag vorgesehen. Stephanie Gross von der Itaw warnte, dass eine Rettungsaktion mehrere Tage dauern könnte und selbst bei Erfolg das Tier erneut stranden könnte. Sven Biertümpfel von Sea Shepherd betonte die Dringlichkeit, dem Tier zu helfen.