In den letzten Monaten hat sich der Zuger Stadtrat mit mehreren Anträgen zum öffentlichen Verkehr beschäftigt, darunter die Einführung von günstigeren Tickets oder kostenloser Nutzung. Eine Partei äußerte sich jedoch unzufrieden über die Antworten. Ende 2024 schlug die Mitte-Fraktion vor, ein Pilotprojekt mit einem symbolischen Einheitstarif innerhalb der Stadt zu prüfen und Gratis-ÖV für bestimmte Gruppen wie Schüler oder Rentner einzuführen. Ende 2025 meldete sich die ALG-CSP-Fraktion kritisch mit dem Hinweis auf eine ungenutzte Frist einer Motion von 2023, welche in ein Postulat umgewandelt wurde. Die ALG und CSP forderten per Durchsetzungsmotion, dass die Buspass-Vergünstigungen für Schulkinder auf alle Einwohner ausgeweitet werden sollten. Sie schlugen einen Tarif vor: 1 Franken pro Fahrt, 10 Franken pro Monatsabo und 100 Franken für ein Jahresabo mit der Hoffnung, dies im ganzen Kanton Zug zu realisieren. Der Stadtrat äußerte sich in zwei Berichten skeptisch gegenüber dem geforderten «1/10/100-Tarifmodell» sowie zeitlich begrenztem Gratis-ÖV. Er teilte das Ziel der Postulanten, den ÖV zugänglicher und sozialverträglicher zu gestalten, sah aber keine nachhaltige Wirkung in einem einjährigen Gratisangebot. Finanzielle Belastungen und betriebliche Risiken wurden als signifikant eingestuft. Der Austausch mit dem Amt für Raum und Verkehr sowie den Zugerland Verkehrsbetrieben AG (ZVB) ergab, dass das Tarifniveau «unantastbar» sei. Subventionen müssten über Gutscheine oder Unterstützungsbeiträge erfolgen und sollten nicht auf ein Jahr beschränkt bleiben. Die Budgetierung dieser Hilfen gestaltet sich schwierig, da eine genaue Planung kaum möglich ist. Die Exekutive warnte vor einer dreifachen finanziellen Belastung der Stadt durch Gutscheine, laufende Abgeltungen und zusätzliche Kosten für mehr Fahrzeuge während Spitzenzeiten. Auch die Symboltarif-Idee der Mitte-Interpellation wurde vom Tarifverbund Zug als unrealistisch betrachtet. Die Festlegung des Tarifsystems liege nicht bei der Stadt, sondern beim Kanton. Der Stadtrat schlug vor, Gutscheine an Einwohner zu verteilen, um finanzielle Erleichterungen im öffentlichen Verkehr zu gewähren. Dies sei der naheliegendste Ansatz ohne Eingriffe in die Tarifhoheit des Kantons. Der CSP-Gemeinderat Martin Iten kritisierte den langwierigen Prozess und das Fehlen von Innovationsbereitschaft seitens des Stadtrats. Er sah im ursprünglichen Antrag ein Pilotprojekt, das mit einer wissenschaftlichen Begleitung verbunden gewesen wäre und argumentierte, dass die finanziellen Folgen überschaubar seien. Das Thema öffentlicher Verkehr ist weiterhin umstritten. Im Kantonsrat wurden ähnliche Themen behandelt, darunter ein Vorschlag der SP, Abo-Preise zu halbieren, der ebenfalls nicht auf Zustimmung stieß.